Nagqu – 25.10.2026: Im Kreis Baqen der Stadt Nagqu im Autonomen Gebiet Tibet hat sich am Sonntagabend erneut ein starkes Erdbeben ereignet. Das China Earthquake Networks Center gab die Stärke mit 5,7 an. Demnach wurde der Erdstoß um 19.25 Uhr Ortszeit bei 32,43 Grad nördlicher Breite und 93,99 Grad östlicher Länge registriert. Das Zentrum des Bebens lag nach diesen Angaben in zehn Kilometern Tiefe.
Die US-Erdbebenwarte United States Geological Survey führte den Erdstoß zunächst mit einer Magnitude von 5,8 in ihrem Ereigniskatalog. Abweichende Werte verschiedener Erdbebendienste sind nicht ungewöhnlich: Sie können sich aus unterschiedlichen Messnetzen, Berechnungsmethoden und späteren Auswertungen ergeben. Beide Dienste verorteten das Beben jedoch in derselben abgelegenen Hochlandregion.
Für den neuen Erdstoß lagen zunächst keine belastbar bestätigten Angaben über Verletzte, Todesopfer oder zusätzliche Gebäudeschäden vor. Auch eine amtliche Einstufung als Nachbeben war noch nicht veröffentlicht. Die erneute Erschütterung trifft die Region allerdings nur drei Tage nach einem Erdbeben der Stärke 7,0, das Baqen am 22. Oktober schwer getroffen hatte. Rettungs-, Kontroll- und Versorgungsarbeiten liefen dort weiterhin.
Nach Angaben chinesischer Behörden und staatlicher Medien kamen bei dem ersten Beben mindestens 16 Menschen ums Leben; zahlreiche weitere wurden verletzt. Mindestens 339 Häuser stürzten ein. Mehr als 12.000 Bewohner mussten gefährdete Gebiete verlassen. Einsatzkräfte kontrollierten Häuser und Dörfer wiederholt, da weitere Erschütterungen, instabile Gebäude und Felsstürze befürchtet wurden.
Die Lage des Katastrophengebiets erschwert die Hilfe. Nagqu befindet sich nördlich von Lhasa auf dem tibetischen Hochplateau. Große Entfernungen, niedrige Temperaturen und teilweise eingeschränkte Verkehrs- und Kommunikationsverbindungen belasten die Einsätze. Nach dem Beben vom 22. Oktober entsandten die Behörden Tausende Helfer aus mehreren Landkreisen. Zudem wurden Zelte, Fertigunterkünfte, Feldbetten und Winterausrüstung in die betroffenen Orte gebracht.
Wegen Erdrutschen war nach dem ersten Beben ein Abschnitt der Nationalstraße 317 für den regulären Verkehr gesperrt worden. Bahnverbindungen wurden vorsorglich unterbrochen. Solche Einschränkungen können die Versorgung entlegener Siedlungen zusätzlich erschweren und die Prüfung beschädigter Infrastruktur verzögern.
Die Messungen vom Sonntag belegen, dass die seismische Aktivität im Raum Baqen anhält. Für Bewohner und Helfer bedeutet dies ein erhöhtes Risiko beim Betreten beschädigter Häuser und beim Befahren gefährdeter Straßen. Vorrang haben daher weiterhin die Kontrolle von Gebäuden, Verkehrswegen und möglichen Erdrutschzonen sowie die Versorgung der mehr als 12.000 Menschen, die nach dem schweren Beben ihre Wohnorte verlassen mussten.
Quellen
- China Earthquake Networks Center
- United States Geological Survey
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).