Grenoble – 25.10.2026: Kurz nach fünf Uhr am Sonntagmorgen stand ein Reisebus auf dem westlichen Vorplatz des Bahnhofs von Grenoble zur Abfahrt bereit. An Bord waren Anhänger und Sympathisanten des Rassemblement National, die zum Parteikongress nach Orléans reisen wollten. Noch bevor der Bus Grenoble verlassen konnte, wurde er angegriffen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft näherte sich eine Gruppe von etwa zehn vermummten Personen dem Fahrzeug. Die Angreifer sollen mit Eisenstangen bewaffnet gewesen sein und mehrere Scheiben eingeschlagen haben. In dem Bus befanden sich laut der stellvertretenden Staatsanwältin Marianne Thirard elf Reisende und zwei Fahrer. Verletzt wurde nach den bisher veröffentlichten Informationen niemand.
Die Täter flohen nach dem Angriff. Bis zum Sonntagnachmittag waren keine Festnahmen bekannt. Der beschädigte Bus wurde in ein Depot gebracht; für die Reisenden organisierten die Verantwortlichen ein Ersatzfahrzeug. Sie konnten ihre Fahrt in die rund 400 Kilometer entfernte Stadt Orléans später fortsetzen. Die Polizei sicherte unterdessen den Tatort im Europole-Viertel nahe dem Bahnhof und nahm erste Ermittlungen auf.
Die Staatsanwaltschaft Grenoble eröffnete ein Verfahren wegen schwerer vorsätzlicher Gewalt und Sachbeschädigung. Mit den Ermittlungen wurde die örtliche Kriminalpolizei betraut. Zu möglichen Tatverdächtigen, zum Motiv oder zu gesicherten Spuren machte die Justiz zunächst keine weiteren Angaben. Auch ein politischer Hintergrund war am Sonntag nicht belegt.
Der Angriff ereignete sich am zweiten Tag des Kongresses des Rassemblement National in Orléans. Die Partei hatte Mitglieder und Anhänger aus mehreren Regionen zu der Veranstaltung mobilisiert. In Orléans galten am Wochenende umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Gegner der Partei hatten zugleich zu Protesten gegen den Kongress aufgerufen. Die Demonstrationen in Orléans und die Attacke in Grenoble sind jedoch getrennte Vorgänge; eine Verbindung ist bislang nicht nachgewiesen.
Damit richtet sich das Verfahren zunächst auf den konkreten Ablauf am Bahnhof: Die Ermittler müssen die Angreifer identifizieren und feststellen, ob die Tat vorbereitet oder spontan verübt wurde. Dabei dürften mögliche Aufnahmen der Videoüberwachung sowie Spuren am beschädigten Fahrzeug eine Rolle spielen. Ob entsprechendes Material gesichert wurde, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.
Für die 13 Menschen im Bus endete der Angriff ohne körperliche Verletzungen. Ihre Reise verzögerte sich, konnte aber mit einem anderen Fahrzeug fortgesetzt werden. Der beschädigte Reisebus blieb im Depot, während die Kriminalpolizei in Grenoble die Suche nach den Vermummten übernahm.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
- Le Dauphiné Libéré
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).