Wirtschaft

Dürre lässt Frankreichs Kartoffelernte einbrechen

Nach fünf Hitzewellen und anhaltender Trockenheit erwarten Frankreichs Kartoffelerzeuger für 2026 kleinere Knollen, deutlich geringere Erträge und einen Produktionsrückgang von rund 23 Prozent.

Paris – 24.08.2026: Frankreichs Kartoffelernte könnte in diesem Jahr nach Einschätzung des Erzeugerverbands UNPT gegenüber 2025 um rund 23 Prozent einbrechen. Als Ursachen nennt die Union nationale des producteurs de pommes de terre ein außergewöhnliches Wasserdefizit und fünf aufeinanderfolgende Hitzewellen. Vielerorts blieben die Knollen klein, zugleich sank der Ertrag je Hektar deutlich.

Bei Speisekartoffeln rechnet die UNPT derzeit mit einem landesweiten Durchschnittsertrag von 37,4 Tonnen je Hektar. Im vergangenen Jahr waren es 43,5 Tonnen, im Mittel der vergangenen fünf Jahre 43,1 Tonnen. Sollte sich die Prognose bestätigen, wäre es der niedrigste dokumentierte Wert seit mehr als drei Jahrzehnten und damit noch weniger als in der Dürresaison 2022.

Der erwartete Produktionsrückgang geht allerdings nicht allein auf die Witterung zurück. Nach der Überproduktion von 2025 hatten viele Betriebe ihre Anbauflächen bereits verkleinert. In Frankreich sank die Fläche nach Angaben des Verbands um zehn Prozent, in den nordwesteuropäischen Anbauregionen um elf Prozent. Die Trockenheit trifft damit auf eine Saison, in der von Beginn an weniger Kartoffeln angebaut wurden.

Nach Berechnungen der UNPT könnten gegenüber dem Vorjahr knapp zwei Millionen Tonnen Speisekartoffeln fehlen. Die Schätzung beruht auf dem gegenwärtigen Stand der Ernte und kann sich im Verlauf der weiteren Rodungen noch verändern. Der Verband spricht dennoch von einem der schwersten bislang verzeichneten Produktionseinbrüche der französischen Kartoffelwirtschaft.

Für Verbraucher dürfte sich zunächst das Angebot sichtbar verändern. Kleinere Knollen erschweren Sortierung und Vermarktung, weil Handel und Verarbeitungsbetriebe häufig feste Vorgaben für Größe und Qualität anwenden. Ob und in welchem Umfang sich die geringere Erntemenge auf die Ladenpreise auswirken wird, lässt sich bislang nicht belastbar beziffern.

Die Fédération du commerce et de la distribution kündigte am 18. August an, bei Obst und Gemüse flexibler mit Größen sowie äußerlichen Abweichungen umzugehen und französische Erzeugnisse zu bevorzugen. Dadurch sollen auch kleinere oder optisch ungleichmäßige Kartoffeln in den Verkauf gelangen, statt auf den Höfen unverkäuflich zu bleiben.

Die UNPT verlangt zudem Gespräche mit Handel und Verarbeitungswirtschaft über nicht lieferbare Mengen, Vertragsbedingungen, mögliche Sanktionen sowie abweichende Qualitäts- und Kaliberstandards. Bereits zuvor hatte sie die Präfekturen wichtiger Anbaugebiete aufgefordert, die Folgen von Trockenheit und Hitze offiziell anzuerkennen. Davon können staatliche Hilfen und weitere Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Betriebe abhängen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Union nationale des producteurs de pommes de terre
  • Fédération du commerce et de la distribution

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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