Paris – 04.09.2026: Frankreich steht vor seiner kleinsten Körnermaisernte seit 1980. Nach einer ersten Schätzung des Statistikdienstes Agreste dürfte die Produktion 2026 auf 9,0 Millionen Tonnen sinken. Das wären 35 Prozent weniger als im Vorjahr. In vielen Regionen hat die Ernte bereits begonnen.
Der Einbruch hat zwei Ursachen: Die Landwirte bauten weniger Mais an, zugleich blieben die Erträge deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Agreste veranschlagt die Anbaufläche auf 1,44 Millionen Hektar, elf Prozent weniger als 2025. Der durchschnittliche Ertrag dürfte mit 70,3 Dezitonnen je Hektar um 19 Prozent sinken. Damit gehen Fläche und Produktivität gleichzeitig zurück.
Vor allem Trockenheit und ungewöhnlich hohe Temperaturen setzten den Beständen während wichtiger Entwicklungsphasen zu. Mais benötigt im Sommer ausreichend Feuchtigkeit, damit sich die Körner ausbilden können. Bei anhaltender Hitze verdunstet jedoch mehr Wasser, während trockene Böden kaum Reserven liefern. Die amtlichen Zahlen sind vorläufig und können sich im Verlauf der Ernte noch ändern.
Auch die Entwicklung der Pflanzen verlief außergewöhnlich früh. Das technische Institut Arvalis berichtete am 3. September, die für das Wachstum maßgeblichen Temperaturen hätten seit dem 10. April deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre gelegen. Mancherorts setzte die natürliche Trocknung auf dem Feld deshalb bereits im August ein, gewöhnlich beginnt sie erst Mitte oder Ende September. Arvalis empfiehlt den Betrieben, Reifegrad und Gesundheitszustand der Kolben engmaschig zu prüfen.
Die Schäden reichen über Frankreich hinaus. In mehreren Ländern Mittel- und Osteuropas haben Hitze und Wassermangel die Maisbestände geschwächt. Das französische Wirtschaftsreferat in Budapest meldete für Ungarn zwischen Juni und August erheblichen Wasserstress bei landwirtschaftlichen Kulturen. Neben Futter- und Zuckermais waren dort auch Sorghum und Wassermelonen betroffen. Nach Angaben von Franceinfo könnte Ungarn 2026 vom Ausfuhrland zum Nettoimporteur von Mais werden.
Für Tierhalter, Stärkeproduzenten und Händler ist die Entwicklung bedeutsam, weil Körnermais ein wichtiger Rohstoff für Futtermittel und industrielle Verarbeitung ist. Eine kleinere europäische Ernte kann zusätzliche Einfuhren erforderlich machen und die Preise beeinflussen. Konkrete Folgen für Verbraucherpreise lassen sich aus der Ernteschätzung jedoch nicht ableiten. Sie hängen ebenso von Lagerbeständen, Importmöglichkeiten und der weltweiten Versorgung ab.
Für Frankreich markiert die Prognose dennoch einen historischen Rückgang. Ob die erwarteten neun Millionen Tonnen erreicht werden, klärt sich erst mit dem weiteren Verlauf der bereits angelaufenen Ernte.
Quellen
- Franceinfo
- Agreste – Statistikdienst des französischen Landwirtschaftsministeriums
- Arvalis
- Französisches Wirtschaftsreferat Budapest
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).