Marseille – 25.10.2026: Nach der Demonstration vom Samstag sind in Marseille mindestens drei Geschäfte beschädigt oder geplündert worden. Die Präfektur des Départements Bouches-du-Rhône meldete 51 Festnahmen, darunter 20 Erwachsene. Die Übergriffe ereigneten sich am Rand einer überwiegend geordnet verlaufenen Kundgebung gegen die hohen Lebenshaltungskosten im Stadtzentrum.
Der Demonstrationszug war am 24. Oktober um 14 Uhr im Viertel Réformés gestartet und zur Porte d'Aix gezogen. Die genehmigte Route mied bewusst zentrale Einkaufsstraßen, die eine Woche zuvor besonders stark von Ausschreitungen betroffen gewesen waren. Nach Angaben der Polizeipräfektur beteiligten sich 17.000 Menschen. Die Gewerkschaft Confédération générale du travail nannte dagegen 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Innenminister Laurent Nuñez erklärte nach Abschluss des landesweiten Aktionstags, die Demonstrationen seien insgesamt gut verlaufen. Das Innenministerium registrierte in ganz Frankreich 289 Aktionen mit 410.000 Teilnehmern, davon 110.000 in Paris. Zugleich berichtete es von 24 geplünderten Geschäften im gesamten Land und von Sachbeschädigungen an weiteren Betrieben.
Für Marseille zog die Präfektur eine engere Bilanz: Sie sprach von drei Geschäften, die geplündert oder beschädigt worden seien. Die Angaben widersprechen einander nicht, da das Innenministerium die Vorfälle im ganzen Land erfasste. Sie belegen jedoch, dass die umfangreichen Schutzvorkehrungen in Marseille einzelne Übergriffe nach dem Ende des offiziellen Demonstrationszuges nicht verhindern konnten.
Die Behörden hatten das Sicherheitskonzept nach den Ausschreitungen vom 17. Oktober erheblich verschärft. Damals waren nach Angaben der Handelskammer Marseille-Provence 317 Geschäfte im Stadtzentrum geplündert oder schwer beschädigt worden. Zahlreiche Händler ließen ihre Läden am Samstag vorsorglich geschlossen. Andere schützten Schaufenster und Eingänge mit Holzplatten. Für viele Geschäftsleute bedeutete die erneute Mobilisierung damit einen weiteren Tag ohne regulären Betrieb.
Die Präfektur hatte zunächst ein umfassendes Demonstrationsverbot für das Département Bouches-du-Rhône erwogen. Nach Gesprächen mit den Gewerkschaften ließ sie den Marsch in Marseille unter strengen Auflagen zu. Vorgeschrieben waren eine feste Strecke und ein eigener Ordnungsdienst der Gewerkschaft; zudem war die Polizei entlang der Route stark vertreten. Damit sollten Kundgebung und Einkaufsviertel räumlich voneinander getrennt werden.
Die Ereignisse der beiden aufeinanderfolgenden Samstage haben eine politische Auseinandersetzung über den Schutz der Innenstadt ausgelöst. Bürgermeister Benoît Payan hatte nach den massiven Plünderungen vom 17. Oktober eine bessere Abstimmung mit dem Innenministerium verlangt. Am 24. Oktober blieb das Ausmaß der Schäden deutlich geringer. Dennoch wurden drei Geschäfte getroffen, obwohl Route, Ordnungsdienst und Polizeieinsatz eigens angepasst worden waren.
Quellen
- Franceinfo
- Innenministerium Frankreichs
- Präfektur der Bouches-du-Rhône
- Le Parisien
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).