Paris – 02.09.2026: Die Zinsen für neue Immobilienkredite in Frankreich ziehen nach einer längeren Ruhephase wieder an. Mehrere Kreditvermittler melden seit Mitte August höhere Konditionen, vor allem für Darlehen mit langen Laufzeiten. Nach Angaben von Pretto liegen die im September durchschnittlich angebotenen Nominalzinsen bei 3,43 Prozent für 15 Jahre, 3,54 Prozent für 20 Jahre und 3,61 Prozent für 25 Jahre. Je nach Bank, Region, Einkommen und Bonität können die tatsächlichen Angebote deutlich davon abweichen.
Die Bewegung folgt auf Monate, in denen viele Institute ihre Konditionen weitgehend stabil gehalten hatten. Der Kreditvermittler CAFPI verweist nun auf gestiegene Refinanzierungskosten der Banken. Die Institute beschaffen einen Teil ihrer Mittel an den Kapitalmärkten und berücksichtigen höhere Kosten bei der Kalkulation neuer Darlehen. Bereits verbindlich zugesagte Kredite sind davon grundsätzlich nicht betroffen. Maßgeblich sind die Bedingungen, die eine Bank in ihrer Kreditzusage festschreibt.
Eine wichtige Rolle spielen die Renditen langfristiger französischer Staatsanleihen. Steigen sie, verteuert sich die langfristige Finanzierung an den Märkten. Diese Entwicklung schlägt weder automatisch noch in gleichem Umfang auf Immobilienkredite durch, erhöht aber den Druck auf die Kalkulation der Banken. Franceinfo führt die jüngste Bewegung sowohl auf die internationale Wirtschaftslage als auch auf die Sorgen von Investoren über Frankreichs öffentliche Finanzen zurück.
Für Kaufinteressierte kann bereits ein begrenzter Zinsanstieg spürbare Folgen haben. Bei gleicher Darlehenssumme steigt die monatliche Rate; soll die Rate konstant bleiben, sinkt der finanzierbare Betrag. Banken prüfen weiterhin Einkommen, Eigenkapital, laufende Verpflichtungen und den Wert der Immobilie. Haushalte mit stabilen Einkünften und höherem Eigenkapital können deshalb günstigere Konditionen erhalten als der veröffentlichte Durchschnitt. Ein Vergleich mehrerer verbindlicher Angebote gewinnt in einer solchen Marktphase zusätzlich an Gewicht.
Die nationale Agentur für Wohnungsinformation ANIL bewertet den Anstieg im dritten Quartal 2026 bislang als moderat. Banken blieben im Wettbewerb um kreditwürdige Kundinnen und Kunden aktiv und bemühten sich, ihr Kreditgeschäft zum Herbstbeginn zu stützen. Längere Laufzeiten können zwar die monatliche Belastung senken, erhöhen in der Regel aber die über die gesamte Laufzeit gezahlten Zinsen. Neben dem Nominalzins sollten Kreditnehmende deshalb den effektiven Jahreszins, Versicherungsbeiträge, Gebühren und die Gesamtkosten berücksichtigen.
Frankreichs Immobilienfinanzierung ist überwiegend von festen Sollzinsen geprägt. Nach Angaben der Banque de France spielen variabel verzinste Darlehen im Kreditbestand nur eine geringe Rolle. Haushalte mit laufenden Festzinskrediten sind daher vor unmittelbaren Ratensprüngen geschützt. Betroffen sind vor allem neue Kaufvorhaben und noch nicht abgeschlossene Finanzierungen: Die aktuellen Preislisten belegen, dass sich Veränderungen an den Kapitalmärkten wieder rascher in den Kreditangeboten der Banken niederschlagen.
Quellen
- Franceinfo
- ANIL
- Pretto
- CAFPI
- Banque de France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).