Birmingham – 05.09.2026: Jordan Bardella, Präsident des Rassemblement National, und Nigel Farage, Vorsitzender der britischen Partei Reform UK, haben am 4. September in Birmingham eine gemeinsame Vereinbarung zur Migrationspolitik unterzeichnet. Demnach soll Großbritannien Menschen nach Frankreich zurückbringen können, die von der französischen Küste aus über den Ärmelkanal gekommen sind und britische Gewässer erreicht haben.
Das Papier ist kein zwischenstaatlicher Vertrag und hat derzeit keine rechtliche Wirkung. Seine Umsetzung setzt einen Machtwechsel in beiden Ländern voraus: Der Rassemblement National müsste nach der französischen Präsidentschaftswahl 2027 die Regierung führen, Reform UK in Großbritannien Regierungsverantwortung übernehmen. Die nächste britische Unterhauswahl muss spätestens 2029 stattfinden.
Bardella trat beim Jahreskongress von Reform UK auf und hielt Teile seiner Rede auf Englisch. Zusammen mit Farage erklärte er, beide Parteien teilten dieselben politischen Werte. Der Auftritt besiegelt eine Annäherung zweier Parteien, die eine restriktivere Einwanderungspolitik fordern und nationale Entscheidungsspielräume gegenüber europäischen Institutionen betonen.
Die Vereinbarung richtet sich gegen die gefährlichen Überfahrten in kleinen Booten zwischen Nordfrankreich und der englischen Südküste. Nach Darstellung von Reform UK soll eine vom Rassemblement National geführte französische Regierung Rückführungen akzeptieren, wenn britische Behörden Boote nach dem Eintritt in britische Gewässer abfangen. Unter welchen Voraussetzungen dies mit dem See-, Asyl- und Menschenrechtsrecht vereinbar wäre, führt das Papier nicht näher aus.
Paris und London arbeiten bereits bei der Kontrolle des Ärmelkanals zusammen. Bestehende Vereinbarungen verbinden Grenzsicherung und Polizeiarbeit mit einem begrenzten Rückführungsmechanismus und geregelten Aufnahmewegen. Das Papier von Bardella und Farage formuliert einen weitergehenden politischen Anspruch: Frankreich soll grundsätzlich Menschen zurücknehmen, die auf der britischen Seite des Kanals aufgegriffen werden, sofern ihre Boote von der französischen Küste abgelegt haben.
Für Bardella bietet der Auftritt eine internationale Bühne vor dem französischen Präsidentschaftswahlkampf. Der Rassemblement National knüpft seit Jahren Kontakte zu nationalkonservativen und rechtspopulistischen Kräften in Europa. Farage kann die Vereinbarung seinerseits als Beleg präsentieren, für seine angekündigte härtere Linie an der Kanalgrenze einen französischen Partner gefunden zu haben.
Die praktische Reichweite ist einstweilen gering. Weder Bardella noch Farage kann Rückführungen anordnen oder neue Grenzverfahren einführen. Das unterzeichnete Dokument bleibt eine politische Absichtserklärung, die den Rassemblement National öffentlich an Reform UK bindet und Frankreich als künftigen Rücknahmeort britischer Migrationspolitik festschreibt.
Quellen
- Franceinfo, 5. September 2026
- Reform UK, Mitteilung vom 4. September 2026
- Reuters über Boursorama, 4. September 2026
- Euronews, 4. September 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).