Paris – 22.10.2026: Nach den landesweiten Protesten vom 17. Oktober hat Bally Bagayoko die Zerstörungen und Plünderungen verurteilt, zugleich aber die Reaktion der französischen Staatsführung scharf kritisiert. Das Ausbleiben einer politischen Antwort habe die Mobilisierung verstärkt und zu den tragischen Vorfällen beigetragen, sagte der Bürgermeister von Saint-Denis und Pierrefitte-sur-Seine am Mittwoch. Seine Äußerung ist eine politische Bewertung, kein Ergebnis der laufenden Ermittlungen.
Bagayoko gehört der linken Partei La France insoumise an. Er erinnerte daran, dass Hunderttausende Menschen vor allem auf die Straße gegangen seien, um soziale Forderungen vorzubringen. Die Proteste richteten sich unter anderem gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Lage an Schulen. Bagayoko unterschied dabei zwischen der großen Mehrheit friedlicher Demonstrierender und Gruppen, denen Übergriffe vorgeworfen werden.
Die Demonstrationen am Samstag waren in zahlreichen Städten zunächst von großen, überwiegend friedlichen Zügen geprägt. Das Innenministerium bezifferte die Beteiligung auf rund 550.000 Menschen in 110 Aufzügen. Gewerkschaften und Studierendenorganisationen sprachen von etwa 800.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In Paris kam es insbesondere rund um die Place de la République zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, Bränden und erheblichen Sachbeschädigungen.
Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden landesweit rund 400 Menschen festgenommen. In der Hauptstadt setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein. Zuvor hätten vermummte Personen Feuerwerkskörper und Pflastersteine auf Einsatzkräfte geworfen, teilten die Behörden mit. Welche Vorwürfe einzelnen Festgenommenen gemacht werden, müssen die jeweiligen Ermittlungsverfahren klären. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Die Folgen der Ausschreitungen sind in Paris weiterhin sichtbar. Die Stadt ließ Straßen und Gehwege reinigen, Trümmer beseitigen und beschädigte öffentliche Bereiche sichern. Rund 1.000 Beschäftigte der Stadtreinigung waren nach Angaben der Verwaltung in der Nacht und am folgenden Morgen im Einsatz. Für betroffene Ladeninhaber richtete die Stadt eine Anlaufstelle ein, die bei Meldungen an Versicherungen und Behörden helfen soll.
Auch ausgebrannte Fahrzeuge werden weiterhin erfasst. Die Stadt teilte am 21. Oktober mit, sie würden abgeschleppt und auf einem Verwahrgelände in Bonneuil-sur-Marne abgestellt. Dort sollen die Halter anhand von Kennzeichen, Motor- oder Fahrgestellnummern ermittelt und schriftlich benachrichtigt werden. Versicherungen können die Schäden zunächst anhand von Fotos oder unmittelbar vor Ort begutachten.
Bagayokos Wortmeldung verbindet die Debatte über öffentliche Sicherheit mit der politischen Auseinandersetzung über die Ursachen der Proteste. Während er auf soziale Forderungen und mangelnde Antworten der Regierung verweist, konzentrieren sich Polizei, Justiz und Stadtverwaltung auf Ermittlungen, Hilfen für Geschädigte und die Beseitigung der Schäden.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Ville de Paris
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).