Paris – 22.10.2026: In mehreren französischen Städten haben Schüler und Studenten an diesem Donnerstag erneut zu Protesten aufgerufen. Ihre nationalen Koordinierungen werfen der Regierung vor, auf die Forderungen der Bewegung weiterhin unzureichend einzugehen. In Paris und Lyon dürfen zwei angemeldete Demonstrationszüge jedoch nicht stattfinden. Mit den Verboten verschärft sich der Konflikt zwischen den Organisatoren und den Sicherheitsbehörden.
Die Pariser Polizeipräfektur untersagte den von Interfac Île-de-France angekündigten Zug vom Boulevard de l'Hôpital zur Place de la Bastille. Zudem sind zwischen 8 und 20 Uhr nicht angemeldete Aufzüge und Versammlungen in mehreren Bereichen der Hauptstadt verboten. Die Behörde begründete die Anordnung damit, dass der Veranstalter bei früheren Mobilisierungen Ausschreitungen nicht habe verhindern können. Der Eingriff solle Menschen und Eigentum schützen.
In Lyon verbot die Präfektur des Départements Rhône eine Demonstration, zu der die Studentenorganisation UNEF und die Neue Antikapitalistische Partei – Revolutionäre aufgerufen hatten. Der Zug sollte zwischen 14 und 17 Uhr von der Manufacture des Tabacs zur Place Bellecour führen. Die Präfektur verwies auf wiederholte schwere Ausschreitungen am Rande von Schülerprotesten am 6., 13. und 14. Oktober sowie auf Vorfälle vom 17. Oktober rund um die Place Bellecour.
Die Anordnungen betreffen konkrete Demonstrationszüge und Versammlungen in bestimmten Gebieten. Die Protestbewegung hatte Ende September begonnen und sich anschließend auf zahlreiche Gymnasien und Hochschulen ausgeweitet. Zu ihren Forderungen zählen verlässlicher Unterricht, bessere Schulgebäude, mehr Mitsprache für Schüler sowie größere Transparenz beim Hochschulzulassungsverfahren Parcoursup.
Das Bildungsministerium reagierte mit einem Konsultationsverfahren und ersten Zusagen. Bis zum 23. Oktober können Schüler über die Plattform Agora anonym über ihre Lernbedingungen berichten. Die Regierung kündigte außerdem an, kurzfristig mehr als 3.000 Vertretungslehrkräfte an besonders belasteten Gymnasien einzusetzen. Darüber hinaus stellte sie zusätzliche Einstellungen und weitere Mittel für kurzfristige Vertretungen in Aussicht.
Auch die schulische Mitwirkung soll neu organisiert werden. Das Ministerium verspricht mehr Schülervertreter im Obersten Bildungsrat, eine garantierte Beteiligung an regionalen Gremien und feste Budgets für Projekte der Schülervertretungen. Damit greift die Regierung mehrere Anliegen der Bewegung auf. Die nationalen Koordinierungen halten die bisherigen Antworten jedoch für unzureichend und riefen erneut zu Kundgebungen in ganz Frankreich auf.
Während die Regierung auf Gespräche und administrative Zugeständnisse setzt, begrenzen die Präfekturen nach den jüngsten Gewalttaten den Raum für Proteste. Die am 22. Oktober erlassenen Verbote gelten jedoch nur für Paris und Lyon; in anderen französischen Städten waren weiterhin Versammlungen angekündigt.
Quellen
- Franceinfo
- Anadolu Ajansi unter Berufung auf die Pariser Polizeipräfektur
- Radio SCOOP unter Berufung auf die Präfektur des Départements Rhône
- Französisches Bildungsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).