Politik & Gesellschaft

Weniger Teilnehmer, fast 1.000 Festnahmen bei Protesten in Frankreich

An den Protesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums 410.000 Menschen. Fast 1.000 Personen wurden festgenommen, zwei Menschen schwer verletzt.

Paris – 24.10.2026: An der zweiten landesweiten Protestwelle gegen die hohen Lebenshaltungskosten haben sich nach Angaben des Innenministeriums 410.000 Menschen bei 289 Versammlungen beteiligt. Der Gewerkschaftsbund CGT bezifferte die Beteiligung dagegen auf knapp 800.000. Beide Angaben liegen unter den Zahlen der ersten Mobilisierung am 17. Oktober: Damals hatte das Ministerium 550.000 Teilnehmer gezählt, die Organisatoren sprachen von rund 800.000.

Innenminister Laurent Nuñez meldete am Abend fast 1.000 Festnahmen. Zum gleichen Zeitpunkt waren eine Woche zuvor 385 Menschen festgenommen worden. Die Sicherheitskräfte griffen damit trotz der geringeren Beteiligung wesentlich häufiger ein. Das Ministerium hatte die Präfekten zuvor angewiesen, Anreisende an Bahnhöfen und auf wichtigen Verkehrsachsen zu kontrollieren, gefährliche Gegenstände sicherzustellen und bekannte Gewalttäter frühzeitig festzunehmen.

Nach Darstellung von Nuñez verlief der weitaus größte Teil der Demonstrationszüge geordnet. Am Ende mehrerer Kundgebungen kam es jedoch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. In Paris stießen Demonstranten am Cours de Vincennes mit Sicherheitskräften zusammen. Die Polizeipräfektur berichtete von mehr als 500 gewaltbereiten Personen. Wasserwerfer und Tränengas seien eingesetzt worden, nachdem Einsatzkräfte mit Gegenständen beworfen worden waren.

Auch in Marseille, Nantes, Straßburg und Grenoble registrierten die Behörden nach dem Ende der offiziellen Demonstrationen Zwischenfälle. Die Präfektur in Nantes meldete Sachbeschädigungen und einen Einbruch in ein Geschäft. Der Marseiller Bürgermeister Benoît Payan berichtete von versuchten Plünderungen in mehreren Stadtteilen. Die Behörden unterschieden dabei zwischen den angemeldeten Kundgebungen und kleineren Gruppen, die sich nach deren Auflösung bildeten.

Zwei Menschen wurden nach Angaben des Innenministers schwer verletzt, einer in Toulouse und einer in Clermont-Ferrand. In Toulouse erlitt ein 20-Jähriger bei Zusammenstößen am Ende des Demonstrationszuges eine schwere Handverletzung. Weitere Verletzte wurden unter anderem aus Poitiers gemeldet. Nuñez kündigte mögliche Ermittlungen an, machte zunächst jedoch keine Angaben zur Ursache der schweren Verletzungen oder zur Verantwortung einzelner Beteiligter.

Die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen waren eine Reaktion auf die Ausschreitungen vom 17. Oktober. Damals hatte das Innenministerium landesweit 2.397 Festnahmen sowie 997 verletzte Angehörige von Polizei und Gendarmerie gemeldet. Für den 24. Oktober waren rund 70.000 Polizisten und Gendarmen mobilisiert worden. Mehrere Präfekturen hatten zudem Versammlungen in Innenstädten untersagt oder feste Routen vorgegeben.

Abweichende Teilnehmerzahlen sind bei französischen Großdemonstrationen üblich, weil Behörden und Gewerkschaften unterschiedliche Erfassungsmethoden verwenden. Unabhängig davon ging die Beteiligung nach beiden Zählungen zurück, während die Zahl der Festnahmen stark zunahm. Die CGT rief für den 5. November 2026 zu einem weiteren Streik- und Demonstrationstag auf.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Innenministerium
  • Le Monde
  • L'Est Républicain

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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