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Vučić räumt Niederlage bei Serbiens Parlamentswahl ein

Nach 14 Jahren an der Macht hat Aleksandar Vučić die Niederlage seines Lagers anerkannt. Die aus landesweiten Protesten hervorgegangene Studentenliste steht vor einer klaren Mehrheit.

Belgrad – 25.10.2026: Aleksandar Vučić hat die Niederlage seines politischen Lagers bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien eingeräumt. Der bisherige Regierungschef erklärte am Sonntagabend in Belgrad, die von der Studentenbewegung getragene Wahlliste habe gewonnen. Nach seinen vorläufigen Angaben kann das Bündnis mit 135 bis 140 der 250 Mandate in der Nationalversammlung rechnen; auf seine Serbische Fortschrittspartei entfielen demnach etwa 105 Sitze.

Ein amtliches Endergebnis lag am Abend noch nicht vor. Vučićs Eingeständnis besitzt dennoch erhebliches politisches Gewicht. Der 56-Jährige prägte Serbien seit 2012 als Parteivorsitzender, Ministerpräsident und Präsident. Nach dem Ende seiner Amtszeit als Staatsoberhaupt trat er bei der vorgezogenen Parlamentswahl als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten an.

Der Wahl ging eine beinahe zweijährige Protestbewegung voraus, die vor allem von Studierenden getragen wurde. Auslöser war der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024. Die Demonstrierenden verlangten eine lückenlose Aufklärung, strafrechtliche Konsequenzen bei möglichem Behördenversagen und mehr Transparenz bei öffentlichen Bauvorhaben.

Aus den Hochschulprotesten entstand eine Wahlbewegung, die weit über akademische Kreise hinaus Unterstützung gewann. Sie bündelte die Unzufriedenheit über Korruptionsvorwürfe, die Konzentration politischer Macht und die unzureichende Kontrolle staatlicher Institutionen. Vučić und seine Partei hatten die Kundgebungen wiederholt als Versuch ausländischer Kräfte bezeichnet, Serbien zu destabilisieren.

Die vorläufige Sitzverteilung würde der Studentenliste eine eigenständige Mehrheit verschaffen. Sie könnte damit eine Regierung ohne die Serbische Fortschrittspartei bilden und einen Ministerpräsidenten bestimmen. Politisch ist das Bündnis allerdings heterogen: Es vereint Akteure mit unterschiedlichen Positionen zur Wirtschafts-, Sozial- und Außenpolitik. Verbunden wurden sie bisher vor allem durch die Forderung nach institutioneller Verantwortung, transparenten Verfahren und fairen Wahlen.

Auch für Serbiens Beziehungen zur Europäischen Union eröffnet das Ergebnis eine neue Lage. Das Land ist Beitrittskandidat, doch die Europäische Union kritisierte wiederholt Mängel bei Rechtsstaatlichkeit, Medienfreiheit und Wahlbedingungen. Eine neue Regierung müsste zugleich über Serbiens außenpolitischen Kurs entscheiden, der bislang von engen Beziehungen zu Russland und China sowie dem angestrebten Beitritt zur Europäischen Union geprägt war.

Sollte die Wahlkommission die angekündigte Mehrheit bestätigen, wäre der Weg zu einem Regierungswechsel frei. Die Studentenliste müsste dann ihre parlamentarische Führung bestimmen und aus einem breiten Protestbündnis eine arbeitsfähige Mehrheit formen. Fest steht zunächst, dass Vučić seine Niederlage öffentlich anerkannt und der Studentenbewegung den Wahlsieg zugesprochen hat.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Reuters
  • Regierung der Republik Serbien
  • Europäisches Parlament

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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