Gesundheit

Soziale Netzwerke belasten die Psyche vieler Jugendlicher

Französische Gesundheitsbehörden warnen vor Schlafstörungen, Ängsten und digitaler Gewalt. Zugleich mahnen sie, psychische Krisen nicht auf eine einzige Ursache zu reduzieren.

Paris – 26.10.2026: TikTok, Snapchat und Instagram gehören für viele Jugendliche in Frankreich zum Alltag. Eine am 25. Oktober veröffentlichte Sendung von Franceinfo greift die Folgen für die psychische Gesundheit auf. Fachbehörden nennen Schlafmangel, Angstzustände, sozialen Vergleich, Cybermobbing und belastende Inhalte als zentrale Risiken. Zugleich können die Plattformen Austausch, Zugehörigkeit und Unterstützung ermöglichen.

Santé publique France verweist auf eine Expertise der französischen Gesundheitsagentur Anses zu den 11- bis 17-Jährigen. Demnach setzen Plattformen technische Funktionen ein, die Aufmerksamkeit möglichst lange binden sollen. Dazu gehören personalisierte Empfehlungen, Benachrichtigungen und sichtbare Reaktionen anderer Nutzer. Besonders gefährdet sind Jugendliche, die digitaler Gewalt ausgesetzt sind oder fortwährend mit verstörenden Inhalten konfrontiert werden.

Problematisch ist vor allem die Nutzung am Abend und in der Nacht. Staatliche Informationen warnen, dass sie Dauer und Qualität des Schlafs beeinträchtigen kann. Schlafmangel schwächt Konzentration, Stimmung und psychische Widerstandskraft. Bei Jugendlichen, die bereits unter Ängsten, depressiven Verstimmungen oder einem problematischen Selbstbild leiden, kann intensive Nutzung vorhandene Beschwerden verschärfen.

Eine einfache Ursache-Wirkung-Kette lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Psychische Belastungen entstehen im Zusammenspiel familiärer, schulischer, sozialer und gesundheitlicher Faktoren. Netzwerke können als Verstärker wirken, wenn idealisierte Körperbilder, abwertende Kommentare oder Beiträge über Selbstverletzung ständig präsent sind. Umgekehrt suchen belastete Jugendliche womöglich häufiger online nach Ablenkung, Anerkennung oder Gemeinschaft.

Nationale Gesundheitsdaten belegen den Handlungsdruck. Santé publique France meldete am 21. Oktober für September 2026 bei Kindern und Jugendlichen, besonders in der Altersgruppe von 11 bis 17 Jahren, deutlich mehr Behandlungen wegen Suizidgedanken als im Juli und August. Auch Angstzustände, akute Krisen und Stimmungsstörungen nahmen zu. Als mögliche Einflussfaktoren nennt die Behörde neben unregulierten Netzwerken Schulstress, soziale Ungleichheit und Sorgen über den Klimawandel.

Die Risiken sind ungleich verteilt. Mädchen sind laut Santé publique France stärker von Schönheitsdruck und bestimmten Formen digitaler Gewalt betroffen. Nach Angaben des staatlichen Informationsdienstes entfallen große Teile der Onlinezeit der 12- bis 17-Jährigen auf Snapchat, TikTok, Instagram, YouTube und WhatsApp. 44 Prozent der jungen Menschen nutzen soziale Netzwerke demnach bereits vor ihrem 13. Geburtstag.

Die Behörden empfehlen Medienbildung, Gespräche in Familien und Schulen sowie besseren Schutz vor Cybermobbing. Die Anses fordert darüber hinaus verbindliche Regeln für Plattformen und gezielte Präventionskampagnen. Seit Beginn des Schuljahres 2026 können psychisch belastete Kinder und Jugendliche nach Angaben des Gesundheitsministeriums bevorzugt an geeignete Hilfsangebote in ihrer Umgebung vermittelt werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Santé publique France
  • Service d'information du Gouvernement
  • Ministère de la Santé

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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