Limoges – 26.10.2026: Für die Sicherung und den Wiederaufbau des schwer beschädigten Rathauses von Limoges sind innerhalb weniger Tage mehr als 556.000 Euro gespendet worden. Am Abend des 25. Oktober wies die öffentliche Sammlung der Fondation du patrimoine 556.350 Euro von 5.786 Unterstützern aus. Damit war das Spendenziel von 600.000 Euro bereits beinahe erreicht.
Die Stadt Limoges und die Denkmalschutzstiftung hatten den Aufruf am 20. Oktober gestartet. Nach Angaben der Stadt sollen die Mittel zunächst dazu dienen, erhaltene Gebäudeteile zu schützen und weitere Schäden zu verhindern. Anschließend sollen sie in die Vorbereitung der Restaurierung fließen. Die regionalen Kulturbehörden begleiten die Sicherungsarbeiten an dem historischen Bau.
Das zwischen 1879 und 1883 errichtete Rathaus war am 17. Oktober während einer Demonstration gegen die hohen Lebenshaltungskosten angegriffen und in Brand gesetzt worden. Große Teile des Gebäudes wurden zerstört. Nach Darstellung der Stadt drangen Angreifer ein, nachdem Fenster beschädigt und ein Zugang gewaltsam geöffnet worden waren.
Die Sammlung erreichte binnen knapp einer Woche eine Summe, die deutlich über den ersten Erwartungen lag. Die Fondation du patrimoine teilte mit, dass Beiträge aus Frankreich und dem Ausland eingegangen seien. Für Spender gelten nach den gesetzlichen Bestimmungen steuerliche Vergünstigungen. Die Verwendung der Mittel ist an die Sicherung und Wiederherstellung des Rathauses gebunden.
Der Wiederaufbau dürfte allerdings weit über die bislang eingeworbene Summe hinausgehen. Vor einer Restaurierung müssen Fachleute prüfen, welche Bauteile erhalten werden können und wie stabil die Brandruine ist. Erst auf dieser Grundlage lassen sich Umfang, Zeitplan und Kosten der Arbeiten genauer bestimmen. Die Spenden finanzieren daher vor allem dringende erste Maßnahmen und die planerische Vorbereitung.
Premierminister Sébastien Lecornu sagte bei einem Besuch in Limoges am 23. Oktober staatliche Unterstützung für die Rekonstruktion zu. Die zentrale Projektsteuerung soll ein staatlicher Betreiber übernehmen, der im Auftrag des Kulturministeriums Kulturerbe- und Immobilienvorhaben betreut. Zudem sollen gesetzliche Anpassungen die erforderlichen Verwaltungsverfahren beschleunigen.
Parallel dauern die strafrechtlichen Ermittlungen an. Die Staatsanwaltschaft Limoges leitete eine gerichtliche Untersuchung ein. Zwei Männer kamen im Zusammenhang mit dem Brand in Untersuchungshaft. Gegen sie wird unter anderem wegen des Verdachts auf versuchten Mord an Amtsträgern und Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Für die Stadt ist die Sammlung damit eine erste finanzielle Grundlage zur Rettung eines zentralen kommunalen Gebäudes. Vorrang hat nach ihren Angaben die Sicherung der beschädigten und erhaltenen Bereiche; dafür stehen nun fast 600.000 Euro aus privaten Spenden bereit.
Quellen
- Franceinfo
- Ville de Limoges
- Fondation du patrimoine
- Le Parisien
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).