Paris – 26.10.2026: Die Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und Einschnitte bei öffentlichen Dienstleistungen sollen in Frankreich fortgesetzt werden. Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich am Samstag, dem 24. Oktober, landesweit 410.000 Menschen an 289 Aktionen. Für Paris meldeten die Behörden 110.000 Teilnehmer. Die Organisatoren nannten deutlich höhere Zahlen und sprachen von rund 800.000 Demonstrierenden im ganzen Land.
Auf den Straßen kamen unterschiedliche Gruppen zusammen: Gewerkschafter, Schüler und Studierende, Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sowie frühere Aktivisten der Gelbwestenbewegung. Ihre Forderungen richten sich gegen steigende Alltagskosten und stagnierende Einkommen. Zugleich kritisieren sie aus ihrer Sicht unzureichende Mittel für Schulen, Krankenhäuser, Verkehr und andere öffentliche Leistungen. Der zunächst stark von jungen Menschen geprägte Protest hat damit weitere gesellschaftliche Milieus erreicht.
Die Mobilisierung vom 24. Oktober war die zweite große landesweite Aktion binnen einer Woche. Nach der Zählung des Innenministeriums blieb die Beteiligung unter dem Stand vom 17. Oktober, als die Behörden 550.000 Teilnehmer registriert hatten. Trotz dieses Rückgangs planen lokale Initiativen und Gewerkschaften bereits weitere, voneinander getrennte Aktionstage.
Für Samstag, den 31. Oktober, rufen örtliche Kollektive, Teile der Gelbwestenbewegung und andere Gruppen erneut zu Kundgebungen auf. Dieser Termin ist dezentral organisiert, weshalb Umfang und Beteiligung regional unterschiedlich ausfallen dürften. Die geplanten Samstagsdemonstrationen sollen den öffentlichen Druck zwischen den gewerkschaftlich getragenen Aktionstagen aufrechterhalten.
Am Donnerstag, dem 5. November, soll ein berufsübergreifender Streik- und Demonstrationstag folgen. Dazu haben die Gewerkschaften CFDT, CGT, Force ouvrière, Unsa und FSU aufgerufen. Im Zentrum stehen Löhne, Beschäftigung, Industrie und öffentliche Dienste. Der gemeinsame Aufruf verbreitert die organisatorische Grundlage des Protests, weil sich Arbeitnehmervertretungen mit unterschiedlichen politischen und sozialpartnerschaftlichen Traditionen beteiligen.
Für die Regierung berührt die Bewegung mehrere Konflikte zugleich. Konkrete Forderungen nach mehr Kaufkraft verbinden sich mit Kritik an der Finanzierung staatlicher Leistungen und an geplanten Sparmaßnahmen. Durch die Beteiligung von Schülern und Studierenden kommen Fragen der Bildung, der Studienbedingungen und des Hochschulzugangs hinzu. Eine gemeinsame Verhandlungsplattform sämtlicher beteiligter Gruppen gibt es bislang jedoch nicht.
Vor dem 24. Oktober hatten die Sicherheitsbehörden die Präfekten angewiesen, Demonstrationsanmeldungen und mögliche Gefahren für die öffentliche Ordnung sorgfältig zu prüfen. Nach dem Aktionstag verwies das Innenministerium auf den Einsatz von Polizei und Gendarmerie zur Sicherung der Routen. Der nächste Maßstab für die Reichweite der Bewegung ist der 5. November, an dem fünf Gewerkschaftsverbände Beschäftigte verschiedener Branchen zum Streik aufrufen.
Quellen
- Franceinfo: Bericht über die Fortsetzung der sozialen Mobilisierung
- Französisches Innenministerium: Bilanz des Mobilisierungstags vom 24. Oktober 2026
- CGT État: Aufruf zu Mobilisierungen am 24. Oktober und 5. November
- RTL: Bericht über die geplanten Aktionen am 31. Oktober und 5. November
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).