Paris – 27.10.2026: Nach den seit Ende September anhaltenden Schülerprotesten hat die französische Regierung ein umfangreiches Paket für Schulen und Hochschulen angekündigt. Die Plattform Parcoursup, über die Studienplätze vergeben werden, soll nach dem Willen von Premierminister Sébastien Lecornu zum Studienjahr 2028 durch ein neues Verfahren ersetzt werden. Bildungsminister Édouard Geffray und Hochschulminister Philippe Baptiste stellten die Beschlüsse am Montag, dem 26. Oktober, vor.
Schon für die Bewerbungsrunde 2027 plant die Regierung Änderungen am bestehenden System. Hochschulen sollen ihre Auswahlkriterien verständlich veröffentlichen; Ablehnungen sollen ab Juni 2027 begründet werden. Hinzukommen sollen eine intensivere Studienberatung ab der zehnten Klasse sowie Orientierungstage an Hochschulen für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. Ein Reformkomitee mit Lehrkräften und Schülervertretern soll bis Ende November erste Empfehlungen ausarbeiten.
Die Dimension des Verfahrens ist beträchtlich. In der Kampagne 2026 bewarben sich nach Angaben des Bildungsministeriums 1,046 Millionen Menschen auf 25.000 Studienangebote, darunter duale Ausbildungsgänge. Von den Abiturientinnen und Abiturienten erhielten 603.910 mindestens ein Zulassungsangebot. Befragungen verwiesen zugleich auf anhaltenden Stress und Zweifel an der Nachvollziehbarkeit der Auswahl. Diese Kritik gehörte zu den zentralen Anliegen der jüngsten Proteste an den Gymnasien.
Um Kapazitätsengpässe zu lindern, sollen 2027 und 2028 insgesamt 15.000 zusätzliche Studienplätze entstehen: 10.000 in den zweijährigen technischen Bildungsgängen BTS, 4.000 in den berufsorientierten Bachelorstudiengängen BUT und 1.000 in universitären Gesundheitsfächern. Der Schwerpunkt liegt auf der Île-de-France, wo Plätze in BTS- und BUT-Programmen besonders knapp sind. Ob die neuen Kapazitäten ausreichen, dürfte auch von der regionalen Verteilung und der Nachfrage in einzelnen Fächern abhängen.
Das Paket reicht über den Hochschulzugang hinaus. Klassen der allgemeinbildenden und technologischen zehnten Jahrgangsstufe sollen ab Herbst 2027 zunächst an der Hälfte der sozial am stärksten belasteten Gymnasien auf 28 Schülerinnen und Schüler begrenzt werden. Ab 2028 soll diese Obergrenze landesweit gelten. Dafür sind 500 zusätzliche Lehrerstellen vorgesehen. Bis 2030 will der Staat außerdem vier Milliarden Euro an vergünstigten Krediten für die Sanierung von Gymnasien bereitstellen; eine weitere Milliarde Euro ist bis 2029 für Hochschulstandorte eingeplant.
Die Umsetzung hängt wesentlich vom Staatshaushalt 2027 und teilweise von Gesetzesänderungen ab. Sozialstipendien für Studierende sollen ab dem Studienjahr 2027 an die Inflation gekoppelt werden. Mehr als 100.000 Beiträge aus der nationalen Schülerkonsultation sollen im November in den Verwaltungsräten der einzelnen Schulen beraten werden.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Bildungsministerium
- Französisches Bildungsministerium – Bilanz Parcoursup 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).