Politik & Gesellschaft

Mehr Lehrkräfte eingestellt – doch eine Übergangsregel hilft

Frankreich besetzt 2026 deutlich mehr Lehrerstellen. Die bessere Bilanz beruht jedoch wesentlich darauf, dass Auswahlverfahren nach altem und neuem Studienmodell parallel liefen.

Paris – 02.09.2026: Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray hat zum Schuljahresbeginn eine nahezu vollständige Besetzung der ausgeschriebenen Lehrerstellen hervorgehoben. Die amtlichen Zahlen belegen eine deutliche Verbesserung: Im Primarbereich wurden 98,5 Prozent der Stellen besetzt, nach 92,1 Prozent im Jahr 2025. An Collèges und Lycées stieg die Quote von 90,6 auf 96,1 Prozent. Als Beleg für eine dauerhafte Trendwende taugen diese Werte jedoch noch nicht.

Der Anstieg hängt eng mit einer Reform zusammen, die den Zugang zu den externen Lehramtsprüfungen seit 2026 bereits nach dem Bachelorabschluss ermöglicht. Gleichzeitig blieben die bisherigen Prüfungen auf Masterniveau für Studierende geöffnet, die ihre bereits begonnene Ausbildung nach den alten Regeln abschließen. Diese ausdrücklich als Übergangslösung angelegte Doppelstruktur vergrößerte den Kreis potenzieller Bewerber erheblich.

Im öffentlichen Schulwesen standen 2026 in den externen Auswahlverfahren 25.043 Stellen zur Verfügung, 40,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Bildungsministerium verzeichnete 176.905 Anmeldungen und 24.351 erfolgreiche Bewerber. Die Zahl der Anmeldungen nahm gegenüber 2025 um 76,6 Prozent zu. Der kräftige Zuwachs belegt eine höhere Beteiligung, lässt sich aber nicht allein der neuen Prüfungsstruktur zuschreiben.

Besonders deutlich ist der Übergangseffekt im Primarbereich. Dort entfielen 49.817 Anmeldungen auf die neuen Prüfungen nach dem Bachelor und weitere 38.441 auf die fortbestehenden Prüfungen nach dem Master. Im Sekundarbereich wurden für beide externen Zugangswege insgesamt 64.511 Anmeldungen gezählt, nahezu doppelt so viele wie 2025 bei vergleichbarer Abgrenzung. Zwei parallel angebotene Wege vergrößerten somit das verfügbare Bewerberfeld.

Für die Schulen bringt die Entwicklung gleichwohl eine spürbare Entlastung. Das Ministerium beziffert die Zahl der unbesetzten Stellen in den externen Verfahren auf 172, nach 650 im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 73 Prozent. Auch in Fächern mit langjährigen Engpässen verbesserten sich die Ergebnisse. In Mathematik wurden 93 Prozent der Stellen besetzt, nach 74 Prozent im Jahr 2025; in Physik und Chemie stieg die Quote von 74 auf nahezu 98 Prozent.

Die Umstellung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Während einer zweijährigen Übergangsphase bestehen Auswahlverfahren auf Bachelor- und Masterniveau nebeneinander. Ab 2028 soll der bisherige Zugang nach dem Master entfallen. Erst danach wird sich beurteilen lassen, ob die frühere Auswahl dauerhaft genügend geeignete Bewerber gewinnt.

An die Prüfung nach dem Bachelor schließt sich ein zweijähriges Masterstudium an den Ausbildungsinstituten für Lehrkräfte an. Erfolgreiche Bewerber erhalten währenddessen eine Vergütung; nach dem Abschluss folgt die Verbeamtung. Für den Schulbeginn 2026 bedeutet die Reform vorerst vor allem eines: 478 unbesetzte Stellen weniger als im Vorjahr.

Quellen

  • Franceinfo: Faktencheck zur Einstellungsbilanz bei Lehrkräften
  • Französisches Bildungsministerium: Ergebnisse der Lehramtswettbewerbe 2026
  • Französisches Bildungsministerium: Reform der Lehrerausbildung

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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