Umwelt

Mehr als 390 Tote nach Sturzfluten in Nepal und Tibet

Nach den verheerenden Sturzfluten im Himalaya suchen Rettungskräfte nach mehr als 1.400 Vermissten. Im Tal des Trishuli-Flusses sind ganze Ortschaften von Schlamm und Geröll verwüstet.

Devighat – 27.08.2026: Nach den schweren Sturzfluten im Himalaya an der Grenze zwischen Nepal und Tibet ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf mehr als 390 gestiegen. In Nepal meldete die Polizei mindestens 389 Tote und mehr als 460 Verletzte. Auf tibetischer Seite wurden mindestens drei weitere Todesopfer gemeldet. Insgesamt gelten nach Behördenangaben beiderseits der Grenze mehr als 1.400 Menschen als vermisst.

Die Flut traf die Region am Mittwoch, dem 26. August, mit großer Wucht. Besonders betroffen sind die nepalesischen Distrikte Rasuwa und Nuwakot sowie Flussläufe, die aus Tibet nach Süden führen. In Orten entlang des Trishuli wurden Häuser, Straßen und Brücken zerstört oder unter Schlamm und Geröll begraben. Auch weiter flussabwärts, im Distrikt Chitwan, bargen Einsatzkräfte Leichen. In Trishuli Bazar zeugen verwüstete Straßenzüge und verschüttete Gebäude vom Ausmaß der Katastrophe.

Nach vorläufigen Einschätzungen von Fachleuten wurde die Flutwelle durch den Abbruch einer gewaltigen Masse aus Eis und Gestein ausgelöst. Das Wasser strömte über Zuflüsse in den Bhote Koshi und anschließend in den Trishuli. Messungen zufolge stieg dessen Pegel innerhalb einer halben Stunde um bis zu neun Meter. Die genaue Abfolge des Abbruchs und seine Ursachen werden noch untersucht.

Zerstörte Verkehrswege erschweren die Rettungsarbeiten erheblich. Nepals Armee setzt Hubschrauber ein, um Menschen aus abgeschnittenen Orten zu evakuieren und Verletzte in Krankenhäuser nach Kathmandu zu bringen. Nach Angaben der Armee wurden mehr als 100 Menschen aus gefährdeten Gebieten gerettet. Teams der Armee, der Polizei und von Hilfsorganisationen durchsuchen Schlammfelder, Flussufer und beschädigte Gebäude nach Überlebenden. Viele Täler sind weiterhin nur aus der Luft oder zu Fuß erreichbar.

Unter den Vermissten befinden sich zahlreiche ausländische Staatsangehörige. Das Nepal Tourism Board meldete 517 vermisste Reisende aus dem Ausland, darunter Menschen aus Indien, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Südafrika und Japan. Ein Teil der Gruppe war offenbar auf einer Pilgerreise zum in Tibet gelegenen Berg Kailash. Das nepalesische Außenministerium richtete am 27. August eine zentrale Krisenstelle für Suchanfragen und konsularische Hilfe ein.

Die Vereinten Nationen stellten zwei Millionen US-Dollar aus ihrem Nothilfefonds für medizinische Versorgung, Notunterkünfte und Trinkwasser bereit. Das Nepalesische Rote Kreuz bereitet sich nach Angaben seines Vorsitzenden angesichts der schweren Schäden auf umfangreiche Nothilfe vor. Die Angaben zu Toten und Vermissten bleiben vorläufig, da zahlreiche betroffene Ortschaften noch nicht vollständig erreicht und durchsucht werden konnten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Außenministerium Nepals
  • Vereinte Nationen

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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