Tignes – 27.08.2026: Am Gletscher der Grande Motte bei Tignes in Savoyen überwachen Fachleute einen Schmelzwassersee, der sich am Rand des zurückweichenden Eises gebildet hat. Nach einem aktuellen Bericht von Franceinfo könnte sich der Lac du Rosolin unter ungünstigen Bedingungen rasch entleeren. Das Wasser würde dann über natürliche Rinnen hangabwärts strömen und möglicherweise tiefer gelegene Gebiete gefährden.
Die Gemeinde Tignes ließ die Entwicklung des Sees bereits wissenschaftlich untersuchen. Nach Angaben der Präfektur Savoyen bestätigten Studien des Instituts für Geowissenschaften und Umwelt im Jahr 2020 die erwartete weitere Gletscherschmelze und die Bildung des Gewässers. Seither arbeiten Gemeinde, Fachstellen für Naturgefahren, Ingenieurbüros und Forschungseinrichtungen an der Beobachtung des Sees und seiner Umgebung.
Der Lac du Rosolin liegt am Ende des Gletschers in großer Höhe. Sicherheitsrelevant ist neben der sichtbaren Wasserfläche auch die Beschaffenheit von Eis, Fels und natürlichen Abflusswegen. Fachleute untersuchen deshalb die Tiefe und das Volumen des Sees ebenso wie die Stabilität seiner natürlichen Barrieren. Mit dem Rückzug des Eises können sich diese Bedingungen verändern.
Zur Verringerung des Risikos wurden in den vergangenen Jahren vorsorgliche Arbeiten am natürlichen Ablauf vorgenommen. Das Wasser soll kontrollierter in Richtung des Bachs Doron du Prémou abfließen. Nach Einschätzung der Präfektur bleibt eine regelmäßige Überprüfung dennoch notwendig, weil Gletscherschmelze, Geröllbewegungen und wechselnde Wasserstände das Gelände fortlaufend umformen können.
Die Überwachung verbindet Messungen vor Ort mit Bilddaten und geowissenschaftlichen Analysen. Im Nationalpark Vanoise wurde 2024 die Installation einer Zeitrafferkamera am Gletscher der Grande Motte genehmigt. Sie dokumentiert Veränderungen an Eis und Gelände über längere Zeiträume. Satellitenbilder können die Ausdehnung offener Wasserflächen erfassen, sind in steilem Gelände jedoch kein ausreichendes Warnsystem.
Das französische Umweltministerium nennt Geländeaufnahmen, topografische Daten, Tiefenmessungen und Modellrechnungen als wesentliche Instrumente zur Beurteilung solcher Gefahren. Gerade bei Seen, die unmittelbar an einen Gletscher grenzen, lässt sich die Wassermenge nur schwer bestimmen. Unter oder innerhalb des Eises liegende Hohlräume können auf Fernerkundungsbildern unsichtbar bleiben. Deshalb müssen unterschiedliche Messverfahren zusammengeführt und regelmäßig mit den tatsächlichen Verhältnissen vor Ort abgeglichen werden.
Wie ernst verborgene Wassermengen sein können, zeigte sich 2010 am Glacier de Tête Rousse bei Saint-Gervais. Dort wurde Wasser entdeckt, das unter hohem Druck stand. Ein Teil wurde abgepumpt; zusätzlich richteten die Behörden ein Warn- und Evakuierungssystem ein. Die Verhältnisse lassen sich nicht unmittelbar auf Tignes übertragen. Der damalige Fund erklärt jedoch, weshalb der Lac du Rosolin trotz der vorsorglich bearbeiteten Abflusswege weiter beobachtet wird.
Quellen
- Franceinfo
- Präfektur Savoyen
- Französisches Umweltministerium
- Nationalpark Vanoise
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).