Politik & Gesellschaft

Macron reist nach Marseille und verspricht die Rückkehr der Ordnung

Nach den Ausschreitungen vom 17. Oktober besucht Emmanuel Macron an diesem Montag Marseille. Der Präsident steht wegen der Sicherheitsplanung unter erheblichem politischen Druck.

Marseille – 26.10.2026: Präsident Emmanuel Macron wird an diesem Montag zu einem kurzfristig angekündigten Besuch in Marseille erwartet. Nach Angaben von Franceinfo will er dort über die Rückkehr der öffentlichen Ordnung nach den schweren Ausschreitungen vom 17. Oktober sprechen. Marseille gehörte neben Paris und Lyon zu den Städten, die besonders von Plünderungen, Sachbeschädigungen und Angriffen auf öffentliche Gebäude betroffen waren.

Der Besuch fällt in eine Phase erheblichen politischen Drucks auf die Regierung und den Élysée-Palast. Die Sicherheitsvorkehrungen während der landesweiten Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten waren nach den Gewalttaten weithin als unzureichend kritisiert worden. Macron räumte Fehler bei der Vorbereitung und Bewertung der Lage ein. Zugleich betonte er, die sozialen Forderungen friedlicher Demonstranten müssten klar von der Gewalt organisierter Gruppen unterschieden werden.

In Marseille drangen Gewalttäter am 17. Oktober in das Rathaus ein; zahlreiche Geschäfte wurden beschädigt oder geplündert. Die Staatsanwaltschaft meldete anschließend 101 Festnahmen, darunter 27 Minderjährige. Nach Berichten französischer Medien wurden mehr als 300 Handelsbetriebe in Mitleidenschaft gezogen. Besonders betroffen waren zentrale Einkaufsstraßen, deren Schutz während der Proteste zeitweise nicht gewährleistet war.

Die Regierung reagierte mit zusätzlichen Polizeikräften, örtlichen Versammlungsverboten und nächtlichen Beschränkungen in mehreren Städten. Für den 24. Oktober untersagte die Präfektur Demonstrationen im gesamten Département Bouches-du-Rhône. Dennoch kamen in Marseille nach Behördenangaben rund 17.000 Menschen zu einer Kundgebung zusammen; die Gewerkschaft Confédération générale du travail nannte eine deutlich höhere Zahl. Schwere Zwischenfälle blieben nach Angaben der Behörden weitgehend aus.

Macrons Reise soll den Sicherheitskräften nach dem Vorwurf mangelhafter Planung politische Rückendeckung geben und den betroffenen Kommunen die Handlungsfähigkeit des Staates vermitteln. Innenminister Laurent Nuñez hatte Marseille bereits am 19. Oktober besucht und Bürgermeister Benoît Payan zusätzliche Kräfte für weitere Demonstrationen zugesagt. Ein von Nuñez nach den Ausschreitungen angebotenes Rücktrittsgesuch lehnte der Präsident ab.

Die Aufarbeitung hat inzwischen das Parlament erreicht. Die Präsidentin der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, stieß eine Untersuchung der Gewalttaten und der Organisation des Polizeieinsatzes an. Im Zentrum der Kritik stehen die nachrichtendienstliche Lagebewertung, die Zahl der eingesetzten Kräfte und die politischen Vorgaben für deren Einsatz. Oppositionsparteien verlangen teils schärfere Befugnisse, während Vertreter der Linken vor Einschränkungen des Demonstrationsrechts warnen.

Macron hatte nach seiner Rückkehr aus dem Nahen Osten erklärt, gesellschaftliche Unzufriedenheit müsse im Dialog aufgegriffen werden; gegenüber gewalttätigen Gruppen dürfe der Staat jedoch keine Nachgiebigkeit zeigen. In Marseille trifft dieser Anspruch auf eine Stadt, in der die Ausschreitungen neben hohen wirtschaftlichen Schäden auch das Verhältnis zwischen Rathaus, Präfektur und Innenministerium belastet haben.

Quellen

  • Franceinfo, 26. Oktober 2026
  • Élysée, 21. Oktober 2026
  • Le Monde, 20. und 25. Oktober 2026

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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