Paris – 26.10.2026: Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu empfängt an diesem Montag im Amtssitz Matignon Vertreter von Schüler- und Studentenorganisationen. Nach Angaben des Premierministeramts wollen Bildungsminister Édouard Geffray und Hochschulminister Philippe Baptiste anschließend die Maßnahmen erläutern, mit denen die Regierung auf die seit mehr als einem Monat andauernden Proteste reagieren will. Die Mobilisierung hatte wiederholt zu Blockaden an Schulen und Hochschulen geführt.
Die Organisationen verlangen vor allem Änderungen am Hochschulzugangssystem Parcoursup, zusätzliche Studienplätze sowie mehr Personal und eine bessere materielle Ausstattung der Bildungseinrichtungen. Weitere Forderungen betreffen den Ausfall von Unterricht bei Erkrankungen von Lehrkräften und eine stärkere Beteiligung der Schüler an Entscheidungen über ihren Schulalltag. Die Regierung hatte die Anliegen in fünf Arbeitsfelder gegliedert, ohne bislang konkrete Zusagen zu Umfang, Finanzierung und Zeitplan zu machen.
Pierre Sourzat, Präsident der Organisation Les Lycéens!, erhöhte vor dem Treffen den Druck auf die Regierung. Falls die Ankündigungen hinter den Erwartungen zurückblieben, werde seine Organisation zu weiteren Mobilisierungen aufrufen, sagte er am Montag. Die Schülervertretungen erwarten nach den bisherigen Gesprächen vor allem bezifferte und kurzfristig wirksame Maßnahmen. Ihre Skepsis begründen sie damit, dass frühere Konsultationen aus ihrer Sicht keine hinreichend konkreten Entscheidungen hervorgebracht hätten.
Für Lecornu ist das Treffen auch der Versuch, einen verlässlichen Gesprächskanal zu einer Bewegung aufzubauen, deren Vertreter nicht einheitlich organisiert sind. Zugleich muss die Regierung zwischen kurzfristig umsetzbaren Verbesserungen und Vorhaben unterscheiden, die zusätzliche Haushaltsmittel, gesetzliche Änderungen oder Absprachen mit den Bildungsverwaltungen erfordern. Bei Parcoursup etwa können technische Korrekturen am Zulassungsverfahren den Mangel an Studienplätzen in besonders gefragten Fächern nicht beheben.
Präsident Emmanuel Macron hatte bereits am Freitag, dem 23. Oktober, Vertreter von Schülerorganisationen im Élysée-Palast empfangen. Die Runde in Matignon soll den bisherigen Dialog nun in Regierungsentscheidungen überführen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Regierung geht es unter anderem um Vertretungen bei Unterrichtsausfall, Stundenpläne, den Zustand von Schulgebäuden, Mitwirkungsrechte und die Orientierung vor dem Übergang an die Hochschulen.
Die Proteste verbinden damit zwei seit Jahren wiederkehrende Konflikte der französischen Bildungspolitik: die Arbeits- und Lernbedingungen an den Schulen sowie den Zugang zum Hochschulsystem. Für die Organisationen ist deshalb maßgeblich, ob die Regierung über Prüfaufträge hinausgeht, konkrete Mittel bereitstellt und verbindliche Fristen nennt. Bildungsminister Geffray und Hochschulminister Baptiste wollen die beschlossenen Maßnahmen nach Abschluss der Gespräche am Montag öffentlich vorstellen.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Reuters via Boursorama
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).