Marseille – 26.10.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Montag das Rathaus von Marseille besucht, das bei den Ausschreitungen am 17. Oktober beschädigt worden war. Bürgermeister Benoît Payan empfing ihn in dem Gebäude am Alten Hafen. Anschließend wollte der Staatschef nach Angaben des Élysée mit Geschäftsleuten sprechen, deren Läden geplündert oder verwüstet worden waren.
Der Besuch folgt auf eine landesweite Mobilisierung gegen steigende Lebenshaltungskosten, die in mehreren Städten von Gewalt begleitet wurde. In Marseille drangen am 17. Oktober Menschen in das Rathaus ein; im Stadtzentrum wurden Geschäfte beschädigt und geplündert. Die Metropole Aix-Marseille-Provence teilte wenige Tage später mit, sie habe Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten im betroffenen öffentlichen Raum veranlasst.
Macron verbindet die Reise mit der Botschaft, die öffentliche Ordnung wiederherzustellen und den Geschädigten staatliche Unterstützung zuzusichern. Nach den Ereignissen hatte er den betroffenen Bürgermeistern, Sicherheitskräften und Händlern seine Unterstützung ausgesprochen. Dass der Besuch im Rathaus begann, verweist auf den Angriff gegen eine kommunale Institution. Der anschließende Austausch mit Geschäftsleuten sollte die wirtschaftlichen Folgen der Gewalt in den Vordergrund rücken.
Für Payan bot der Termin Gelegenheit, seine Kritik am staatlichen Sicherheitskonzept zu bekräftigen. Der Bürgermeister hatte nach den Ausschreitungen Erklärungen zur Zahl und zum Einsatz der Polizeikräfte verlangt. Zudem forderte er eine vollständige Berücksichtigung der wirtschaftlichen Schäden betroffener Geschäfte. Die Regierung muss damit sowohl die strafrechtliche Aufarbeitung als auch die materielle Hilfe organisieren.
Über das Ausmaß der Plünderungen gibt es unterschiedliche Angaben. Die Präfektur der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur hatte während der Krise sehr hohe Zahlen mutmaßlich beteiligter Plünderer genannt. Payan stellte diese Einschätzung öffentlich infrage. Fest steht, dass die Vorfälle in Marseille Teil einer breiteren Sicherheitskrise waren, von der auch Paris, Lyon, Bordeaux und weitere Städte betroffen waren.
Die Auseinandersetzung berührt zudem die Aufgabenteilung zwischen Staat und Kommune. Für die öffentliche Ordnung sind grundsätzlich die nationalen Sicherheitsbehörden zuständig. Die Stadt verantwortet kommunale Gebäude, örtliche Dienste und Teile der Gefahrenabwehr. Bei großen Demonstrationen hängt die Einsatzplanung jedoch von der Abstimmung beider Ebenen ab. Payans Kritik richtet sich deshalb vor allem an die staatlichen Behörden.
Konkrete neue Hilfen oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen waren vor Beginn des Besuchs nicht angekündigt. Macrons Programm führte ihn zunächst an den Sitz der Stadtverwaltung und danach zu den unmittelbar geschädigten Händlern. Neun Tage nach den Ausschreitungen bestimmen deren Schäden und die umstrittene Polizeipräsenz weiterhin die politische Debatte in Marseille.
Quellen
- Franceinfo
- Élysée
- TV5Monde
- Le Monde
- Métropole Aix-Marseille-Provence
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).