Trappes – 26.10.2026: Drei Tage nach den Schüssen in Trappes und der Nachbarstadt La Verrière hält der Schock in den beiden Städten im Département Yvelines an. Bei dem Angriff am Freitag, 23. Oktober, wurde ein 26 Jahre alter Mann getötet. Fünf Menschen erlitten Verletzungen, unter ihnen nach übereinstimmenden Medienberichten ein zwölfjähriges Mädchen. Die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen.
Aufnahmen von Überwachungskameras, über die Franceinfo berichtet, sollen helfen, den Weg des mutmaßlichen Täters und die einzelnen Stationen des Angriffs zu rekonstruieren. Die Schüsse fielen demnach an mehreren Orten in Trappes und La Verrière. Innenminister Laurent Nuñez zufolge dauerte die Tat etwa 15 Minuten. Der mutmaßliche Schütze wurde anschließend in der benachbarten Gemeinde Coignières festgenommen.
Ermittelt wird wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Tat. Die Behörden prüfen außerdem, ob die Opfer wegen ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen Herkunft, ethnischen Zugehörigkeit, Nationalität oder Religion ausgewählt wurden. Präsident Emmanuel Macron bezeichnete den Angriff am Abend des 23. Oktober als rassistischen Terroranschlag. Über die strafrechtliche Einordnung entscheiden jedoch die Ermittlungsbehörden und später die Justiz.
Der Verdächtige, dessen Name in französischen Medien abgekürzt wird, kam zunächst in Polizeigewahrsam. Die Vernehmung wurde am Samstag unterbrochen, damit sein psychischer Zustand untersucht werden kann. Dabei soll geklärt werden, ob er weiteren Befragungen folgen kann. Nach Angaben der Antiterrorstaatsanwaltschaft wurden bei einer toxikologischen Untersuchung Cannabis und Kokain in seinem Blut nachgewiesen. Welche Bedeutung dieser Befund für seine Schuldfähigkeit oder das Tatmotiv hat, ist bislang offen.
Vier Angehörige des Verdächtigen befanden sich zeitweise ebenfalls in Polizeigewahrsam. Sie wurden wieder freigelassen; ein Verfahren gegen sie war zunächst nicht bekannt. Die Ermittler werten nun Spuren von den Tatorten, digitale Daten und Aussagen aus dem Umfeld des Mannes aus. Auch Berichte über politische Flugblätter und weitere Gegenstände in seinem Fahrzeug oder Wohnumfeld werden geprüft. Für sich genommen belegen solche Funde kein Tatmotiv.
Bürgermeister Ali Rabeh hatte bereits am Freitag vor voreiligen Festlegungen gewarnt, zugleich aber auf Anhaltspunkte für eine rassistisch motivierte Tat verwiesen. Zu klären bleibt, ob der Verdächtige seine Opfer gezielt auswählte, wie weit die Tat vorbereitet war und ob andere Personen von seinen Plänen wussten.
Zum Gesundheitszustand der fünf Verletzten lagen am Montag keine neuen, bestätigten Einzelheiten vor. Auch über eine mögliche Anklage oder Untersuchungshaft des Verdächtigen war noch keine abschließende Entscheidung öffentlich bekannt. Das Verfahren liegt weiterhin bei der nationalen Antiterrorstaatsanwaltschaft.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Associated Press
- RTL
- Parquet national antiterroriste
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).