Paris – 31.08.2026: Die Lehrergewerkschaft FSU-SNUipp fordert eine allgemeine Gehaltserhöhung für Lehrkräfte, die nicht an zusätzliche Arbeitsleistungen gebunden ist. Ihre Sprecherin erklärte am Montag im Sender Franceinfo, höhere Bezüge müssten vor allem die Einkommensverluste seit 2010 ausgleichen. Zum Beginn des neuen Schuljahres und mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027 gewinnt die Forderung an politischem Gewicht: Mehrere mögliche Bewerber haben bereits höhere Lehrergehälter in Aussicht gestellt.
Die Gewerkschaft wendet sich damit gegen Modelle, bei denen Beschäftigte nur dann mehr Geld erhalten, wenn sie weitere Aufgaben übernehmen. Dazu zählen etwa Vertretungsstunden, Förderangebote oder besondere Funktionen innerhalb einer Schule. Nach Auffassung der FSU-SNUipp darf eine Anhebung der Grundgehälter nicht davon abhängen, ob Lehrkräfte zusätzliche Arbeit leisten können oder wollen. Die Forderung richtet sich an alle politischen Lager, die ihre bildungspolitischen Programme für die Wahl vorbereiten.
Die Kontroverse knüpft an den sogenannten Lehrkräfte-Pakt an, den das Bildungsministerium seit dem Schuljahr 2023 einsetzt. Freiwillige Zusatzaufgaben werden dabei grundsätzlich mit 1.250 Euro brutto pro Jahr und Auftrag vergütet. Das Ministerium begründet das Modell unter anderem mit dem Ziel, Unterrichtsausfälle zu begrenzen und Schülerinnen und Schüler gezielt zu unterstützen. Die Tätigkeiten sollen freiwillig bleiben; sie ersetzen jedoch aus Sicht der Gewerkschaft keine strukturelle Gehaltserhöhung.
Für die FSU-SNUipp unterscheidet sich eine solche Vergütung grundlegend von einer dauerhaften Aufwertung der Gehaltstabellen. Eine allgemeine Erhöhung müsse unabhängig von einzelnen Sonderaufträgen, dem Bedarf einer Schule oder der persönlichen Belastbarkeit gezahlt werden. Beschäftigte mit Familienpflichten, Teilzeitstellen oder bereits hoher Arbeitsbelastung könnten von aufgabenbezogenen Zuschlägen weniger profitieren. Zugleich blieben solche Prämien an konkrete Dienste gebunden, während ein höheres Grundgehalt dauerhaft in die Vergütung einfließe.
Auch der Lehrerverband SE-UNSA verweist auf die zentrale Bedeutung der Einkommen. Nach seinem jüngsten Berufsbarometer ist die Vergütung die wichtigste Sorge der befragten Beschäftigten im Bildungsbereich. Frühere Auswertungen des Verbands brachten Bezahlung, Kaufkraft und Arbeitsbedingungen eng miteinander in Verbindung. Die Auseinandersetzung betrifft daher neben Lehrkräften weitere Berufsgruppen an Schulen und Bildungseinrichtungen.
Politische Zusagen werden sich daran messen lassen müssen, ob sie verschiedene Laufbahnen und Erfahrungsstufen dauerhaft besserstellen. Nach Angaben des Bildungsministeriums liegt das Einstiegsgehalt für Lehrkräfte inzwischen bei mehr als 2.100 Euro netto im Monat. Die FSU-SNUipp verlangt darüber hinaus eine allgemeine Anhebung, die weder durch zusätzliche Dienste erkauft noch an neue Verpflichtungen geknüpft wird.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- FSU-SNUipp
- Ministerium für nationale Bildung
- SE-UNSA
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).