Wirtschaft

Lange Krankschreibungen verursachen den Großteil der Krankengeldkosten

Kurze Krankschreibungen sind häufig, fallen bei den Ausgaben aber kaum ins Gewicht. Fast die Hälfte der Kosten entsteht durch Arbeitsunfähigkeiten von mehr als sechs Monaten.

Paris – 31.08.2026: In Frankreich wird erneut über die Kosten von Krankschreibungen gestritten. Premierminister Sébastien Lecornu und Édouard Philippe, Präsidentschaftskandidat der Partei Horizons, kritisierten zuletzt die Belastung der Krankenversicherung. Deren Daten zeichnen ein klares Bild: Für die Ausgaben ist weniger die Zahl der Krankschreibungen ausschlaggebend als deren Dauer.

Krankschreibungen mit einer entschädigten Dauer von weniger als acht Tagen machten 2023 annähernd die Hälfte aller Fälle aus. Auf sie entfielen jedoch lediglich 4 Prozent der Krankengeldzahlungen. Arbeitsunfähigkeiten von mehr als sechs Monaten stellten dagegen nur 7 Prozent der Fälle, verursachten aber 45 Prozent der Ausgaben. Eine Politik, die vor allem kurze Fehlzeiten begrenzen will, würde deshalb nur einen kleinen Teil der finanziellen Belastung erfassen.

Die Caisse nationale de l'Assurance Maladie zählt dabei Zahlungen des allgemeinen Sozialversicherungssystems für krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit. Selbstständige, landwirtschaftlich Versicherte und bestimmte Sonderregelungen sind nicht berücksichtigt. Die seit Januar 2026 veröffentlichte Statistik unterscheidet acht Zeiträume: von weniger als acht Tagen bis zu 732 Tagen und mehr. Dadurch lassen sich Fallzahlen, entschädigte Tage und Ausgaben erstmals systematisch nach der Dauer vergleichen.

Im Jahr 2023 beliefen sich die Zahlungen an Beschäftigte der Privatwirtschaft und Vertragsbedienstete des öffentlichen Dienstes auf 10,2 Milliarden Euro. Krankheitsbedingte Ausfälle machten 60 Prozent der gesamten Ausgaben für tägliche Geldleistungen aus. Der Rest entfiel auf Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten sowie Mutterschaft und Adoption. Nach dem Rückgang gegenüber den Pandemiejahren blieb die Zahl der entschädigten Krankheitstage deutlich über dem Stand von 2019.

Zwischen 2010 und 2019 wuchs das Volumen der Krankheitsausfälle im Durchschnitt um 2,3 Prozent jährlich, von 2019 bis 2023 sogar um 3,9 Prozent. Rund 60 Prozent des jüngeren Anstiegs führt die Krankenversicherung auf die höhere Beschäftigung, eine alternde Erwerbsbevölkerung und gestiegene Tagessätze zurück. Die übrigen 40 Prozent erklärt sie mit häufigerer Inanspruchnahme und längeren Ausfällen innerhalb vergleichbarer Altersgruppen.

Der Kostendruck hält an. Im Juli 2026 lagen die Krankengeldzahlungen 4,2 Prozent über dem Vorjahreswert; von Januar bis Juli betrug der Anstieg 2,4 Prozent. Eine im April 2025 gesenkte Einkommensobergrenze dämpfte die Entwicklung zeitweise, verliert laut Krankenversicherung aber an Wirkung. Für 2026 erwartet sie ein Defizit von 13,8 Milliarden Euro. Ihre Vorschläge für 2027 sehen Einsparungen von 3,9 Milliarden Euro vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • Assurance Maladie: Krankengeld nach Dauer der Arbeitsunfähigkeit
  • Assurance Maladie: Ausgaben bis Ende Juli 2026
  • Assurance Maladie: Bericht Charges et Produits 2027

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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