Périgord – 29.08.2026: Kurz vor Beginn der Ernte richtet sich im Périgord der Blick auf eine der bekanntesten Spezialitäten Südwestfrankreichs. Eine am Samstag ausgestrahlte Reportage von Franceinfo folgt der dortigen Walnussroute und zeigt, wie vielfältig die Frucht verarbeitet wird: Sie kommt frisch oder getrocknet in den Handel, wird zu Öl gepresst und verfeinert Brot und Gebäck.
Die Bezeichnung Noix du Périgord ist als geschützte Ursprungsbezeichnung anerkannt. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Herkunft und Qualität, INAO, dürfen die Walnüsse aus dem festgelegten geografischen Gebiet als frische oder getrocknete Ware sowie als Kerne angeboten werden. Zugelassen sind vier traditionelle Sorten: Marbot, Corne, Grandjean und Franquette. Sie sind an die Böden und das Klima der Region angepasst.
Die frische Périgord-Walnuss wird von September an geerntet und von ihrer grünen Außenhülle befreit. Ihr heller Kern enthält noch vergleichsweise viel Wasser, ist knackig und lässt sich leicht von der feinen Haut lösen. Für Trockenware werden dagegen ausgereifte Früchte gesammelt, die zu Boden gefallen sind. Durch die Trocknung werden sie haltbar; zugleich entwickeln sie einen kräftigeren Geschmack und einen festen Biss.
Auch das Walnussöl aus dem Périgord trägt den europäischen Herkunftsschutz. Es wird ausschließlich mechanisch aus Walnusskernen gewonnen und muss als natives Öl aus erster Pressung hergestellt werden. Je nach Verfahren erfolgt die Pressung warm oder kalt. Verwendet werden ebenfalls die vier regional zugelassenen Sorten. Seit Februar 2021 ist das Öl auf europäischer Ebene als geschützte Ursprungsbezeichnung eingetragen.
Die Herkunftsregeln reichen damit weit über den Namen auf dem Etikett hinaus. Sie bestimmen, aus welchem Gebiet die Früchte stammen, welche Sorten verarbeitet werden dürfen und welche Anforderungen für Erzeugung und Herstellung gelten. Für die Betriebe schafft das ein gemeinsames Qualitätsversprechen; Verbraucher können die Herkunft vom Anbau bis zum fertigen Produkt nachvollziehen.
Ökonomisch verbindet die Walnuss Landwirtschaft, Verarbeitung und regionale Vermarktung. Neben den Plantagen profitieren Mühlen, Bäckereien, Konditoreien und der Lebensmittelhandel von der Ernte. Die verschiedenen Angebotsformen verlängern zudem die Verkaufssaison: Während frische Nüsse vor allem im Herbst erhältlich sind, lassen sich getrocknete Ware, Kerne und Öl über einen deutlich längeren Zeitraum vermarkten.
Für die Erzeuger markiert der September den Beginn der Frischernte. Unter dem geschützten Namen darf die Ware nur verkauft werden, wenn sie die festgelegten Herkunfts- und Qualitätsanforderungen erfüllt. So bleibt die Périgord-Walnuss zugleich saisonales Agrarprodukt, handwerklicher Rohstoff und kulinarisches Aushängeschild ihrer Region.
Quellen
- Franceinfo
- Nationales Institut für Herkunft und Qualität (INAO)
- Europäische Union
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).