Politik & Gesellschaft

Hassbrief an Arcom-Richterin ähnelt weiteren anonymen Schreiben

Eine Richterin der französischen Medienaufsicht Arcom hat wegen eines anonymen Hassbriefs Anzeige erstattet. Nach Recherchen von Radio France ähnelt das Schreiben weiteren rassistischen und frauenfeindlichen Briefen an Personen aus Medien und Politik.

Paris – 03.09.2026: Als Laurence Pecaut-Rivolier Anfang August aus dem Urlaub zurückkehrte, fand sie an ihrer Privatadresse einen anonymen Brief. Das Schreiben enthielt nach Angaben von Radio France grobe Beschimpfungen gegen die Richterin und die französische Medienaufsicht Arcom, deren Kollegium sie angehört. Pecaut-Rivolier, zugleich Beraterin am Kassationsgerichtshof, wertete den gezielten Versand an ihre Wohnung als Eingriff in ihre Privatsphäre.

Am Mittwoch, dem 2. September, erstattete sie auf einer Pariser Polizeiwache Anzeige wegen Beleidigung. Auch Arcom zeigte den Vorgang nach Informationen von Radio France an. Die Behörde reguliert in Frankreich die audiovisuelle und digitale Kommunikation. Angaben zu Tatverdächtigen oder konkreten Ermittlungsmaßnahmen lagen zunächst nicht vor.

Der Brief soll mit schwarzem Stift in Großbuchstaben auf weißem Papier geschrieben worden sein. Diese Merkmale führten die Investigativredaktion von Radio France zu weiteren anonymen Sendungen, die in den vergangenen zwei Jahren an bekannte Personen aus Medien und Politik verschickt wurden. Häufig erreichten die Schreiben ebenfalls die Privatanschriften der Betroffenen.

Zu den öffentlich bekannten Empfängern gehören laut Radio France die Journalisten Karim Rissouli, Nassira El Moaddem und Sonia Devillers sowie der Abgeordnete Aly Diouara. Mehrere Briefe enthielten demnach rassistische oder frauenfeindliche Beleidigungen. Die Redaktion berichtet von Übereinstimmungen bei Handschrift, Papier, Umschlägen und Versandart. Solche Ähnlichkeiten können Ermittlungsansätze liefern, beweisen aber nicht, dass alle Schreiben von derselben Person stammen.

Im Französischen wird ein unbekannter Verfasser anonymer Briefe als "corbeau" bezeichnet, wörtlich als Rabe. Der verbreitete Ausdruck darf jedoch nicht den Eindruck erwecken, es gebe bereits einen identifizierten Urheber. Öffentlich ist bislang weder bekannt, ob die Anzeigen gemeinsam bearbeitet werden, noch ob Polizei und Justiz Schriftvergleiche oder andere kriminaltechnische Untersuchungen veranlasst haben.

Für Pecaut-Rivolier reicht der Vorgang über eine einzelne Beleidigung hinaus. Gegenüber Radio France schilderte sie, der Brief habe sie unvorbereitet getroffen. Dass jemand ihre Wohnadresse ermittelt und das Schreiben dorthin geschickt habe, verstärke das Gefühl, in ihrem privaten Rückzugsraum verletzt worden zu sein. Auch bei den anderen bekannt gewordenen Fällen verbindet der Versand an Privatanschriften die berufliche Öffentlichkeit der Empfänger mit einer persönlichen Drohkulisse.

Mit den Anzeigen besteht nun eine formelle Grundlage für polizeiliche und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Zu klären ist, wer die Briefe verfasst und versandt hat und ob zwischen den einzelnen Sendungen ein strafrechtlich relevanter Zusammenhang besteht. Einen Beleg für einen gemeinsamen Absender gibt es bislang nicht.

Quellen

  • Franceinfo / Radio France, Investigativrecherche vom 03.09.2026
  • Arcom, offizielle Website

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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