Politik & Gesellschaft

Glucksmann verspricht Lehrkräften mindestens zehn Prozent mehr Gehalt

Raphaël Glucksmann will die Bezüge aller Lehrkräfte anheben und für Beschäftigte mit längerer Berufserfahrung höhere Zuschläge vorsehen. Die Finanzierung seines Schulplans ist bislang offen.

Paris – 31.08.2026: Raphaël Glucksmann will die Gehälter aller Lehrkräfte im französischen Bildungssystem um mindestens zehn Prozent erhöhen. Der Europaabgeordnete und Bewerber für die Präsidentschaftswahl 2027 kündigte die Maßnahme am Sonntag, 30. August, im Fernsehen an. Die Erhöhung solle für sämtliche Lehrkräfte gelten und weder an zusätzliche Aufgaben noch an Überstunden gebunden sein.

Für Beschäftigte in der Mitte ihrer Laufbahn stellte Glucksmann Anhebungen von bis zu 25 Prozent in Aussicht. Die Staffelung begründete er mit dem Ziel, die französischen Lehrergehälter stärker an europäische Vergleichswerte heranzuführen. Nach seinen Angaben würde das Vorhaben rund sechs Milliarden Euro kosten. Wie diese Summe finanziert werden soll, erläuterte er bei dem Auftritt nicht.

Die Ankündigung gehört zu einem Schulplan, den Glucksmann in der Woche ab dem 31. August vorstellen will. Bereits zuvor hatte er ein auf fünf Jahre angelegtes Programm angekündigt, das höhere Lehrergehälter, kleinere Klassen in der Grundschule und Investitionen in Schulgebäude verbinden soll. Damit setzt er früh im Wettbewerb um den Élysée-Palast ein Thema, das für den französischen Staat mit hohen und dauerhaften Ausgaben verbunden wäre.

Die Bezahlung gilt seit Jahren als strukturelles Problem des französischen Schulwesens. Nach Angaben des Bildungsministeriums lag das durchschnittliche Nettogehalt von Lehrkräften zuletzt bei 3.090 Euro im Monat. Dieser Wert umfasst jedoch Zulagen, Überstunden, zusätzliche Aufgaben und Leitungsfunktionen. Gerade Berufseinsteiger und Vertragslehrkräfte verdienen häufig deutlich weniger.

Die Aufwertungen der vergangenen Jahre haben vor allem den Berufseinstieg verbessert. Ein neu eingestellter Lehrer erreicht nach vorliegenden Vergleichsdaten inzwischen etwa 2.100 Euro netto im Monat; 2020 waren es rund 1.700 Euro. Im mittleren Karriereabschnitt bleibt der Gehaltsverlauf dagegen flach: Die Schwelle von 2.300 Euro netto wird erst nach annähernd 15 Dienstjahren überschritten. Glucksmanns stärkere Anhebung für diese Gruppe soll diese Lücke schließen.

Sein Vorstoß trifft auf einen bereits laufenden Wettbewerb möglicher Präsidentschaftsbewerber. Édouard Philippe hat eine Erhöhung der durchschnittlichen Lehrervergütung um 20 Prozent gefordert. Gabriel Attal plädiert ebenfalls für eine mehrjährige Festlegung der Bildungsausgaben. Strittig ist dabei, ob höhere Grundgehälter oder aufgabenbezogene Zulagen den Beruf attraktiver machen können.

Für Glucksmann besitzt die Zusage zugleich parteipolitisches Gewicht. Der Gründer von Place publique hat seine Kandidatur für 2027 angekündigt. Mit dem Schulplan verbindet er eine klassische staatliche Investitionszusage mit dem Anspruch, öffentliche Dienstleistungen und die Einkommen qualifizierter Beschäftigter zu stärken. Die bislang bezifferten sechs Milliarden Euro machen jedoch deutlich, dass sein Versprechen an der noch ausstehenden Finanzierung gemessen werden wird.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Le Parisien
  • Public Sénat
  • TF1 Info

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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