Paris – 31.08.2026: Olivier Faure, Erster Sekretär der Sozialistischen Partei, tritt bei der sozialdemokratischen Vorwahl zur französischen Präsidentschaftswahl 2027 an. Seine Entscheidung gab er am Sonntag, dem 30. August, nach einem Treffen mit den Abgeordneten seiner Partei bekannt. Damit fordert er den Europaabgeordneten Raphaël Glucksmann heraus, der seine Bewerbung bereits am 23. August erklärt hatte.
Faure verspricht eine Politik für mehr soziale Gerechtigkeit und eine klare Abgrenzung von der politischen Rechten und der extremen Rechten. Seine Bewerbung beendet zugleich die taktische Zurückhaltung der vergangenen Wochen. Der Parteichef hatte die Sommeruniversität der Sozialisten in Blois am 28. und 29. August zunächst nicht mit einer eigenen Kandidatur überlagern wollen. Nun läuft die Abstimmung auf einen Richtungsentscheid zwischen der Sozialistischen Partei und Glucksmanns Bewegung Place publique hinaus.
Glucksmann begrüßte den Schritt seines Konkurrenten als politische Klärung. Der Europaabgeordnete und Ko-Vorsitzende von Place publique wirbt für eine eigenständige sozialdemokratische Kraft und lehnt ein Bündnis mit Jean-Luc Mélenchons La France insoumise ab. Faure hatte dagegen über längere Zeit eine breitere Verständigung der linken und ökologischen Parteien befürwortet. In der Vorwahl konkurrieren deshalb unterschiedliche Vorstellungen davon, mit welchen Partnern die französische Linke 2027 antreten soll.
Die Sozialistische Partei und Place publique billigten die Regeln ihrer gemeinsamen Abstimmung in der vergangenen Woche. Der erste Wahlgang ist für den 9. und 10. Oktober 2026 vorgesehen, ein möglicher zweiter für den 16. und 17. Oktober. Neben Faure und Glucksmann haben auch die frühere Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal sowie die sozialistischen Abgeordneten Philippe Brun und Jérôme Guedj Ambitionen angemeldet.
Die Abstimmung erfasst allerdings nur einen Teil der französischen Linken. Mélenchon beteiligt sich nicht daran und gilt bereits als Bewerber von La France insoumise. Eine von mehreren linken und ökologischen Kräften erörterte, umfassendere Vorwahl verfolgt einen anderen Ansatz. Der Wettbewerb im Oktober entscheidet daher zunächst darüber, wer jenes sozialdemokratische Lager anführt, das sich ausdrücklich von Mélenchons Partei abgrenzen will.
Für Faure steht dabei auch sein Kurs als Parteivorsitzender zur Abstimmung. Seit seiner Wiederwahl vertritt er die Sozialistische Partei als mögliche Brücke zu anderen linken Kräften. Glucksmann setzt dem ein stärker proeuropäisches und eigenständiges sozialdemokratisches Profil entgegen. Zugleich bleiben weitere bekannte Politiker außerhalb der Vorwahl präsent: Der frühere Staatspräsident François Hollande sucht erneut politischen Einfluss, der frühere Premierminister Bernard Cazeneuve wird als mögliche eigenständige Option genannt. Die Oktober-Abstimmung soll verhindern, dass sich das sozialdemokratische Lager vor der Präsidentschaftswahl weiter zersplittert.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Le Monde
- LCP – Assemblée nationale
- AFP
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).