Paris – 29.08.2026: Neun Gewerkschaften der französischen Berufsfeuerwehr haben zu einem landesweiten Streik vom 8. September bis zum 20. Oktober aufgerufen. Xavier Boy, Sprecher des Gewerkschaftsbündnisses, sagte Franceinfo, seit dem Treffen mit Innenminister Laurent Nuñez am 13. August habe es keine substanziellen neuen Antworten gegeben. Der Arbeitskampf soll an dem Tag beginnen, an dem die Regierung den Feuerwehrvertretern ihren Gesetzentwurf zur Modernisierung des Zivilschutzes vorlegen will.
Im Kern geht es um Personal, Ausstattung und Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaften verlangen Neueinstellungen bei den Berufsfeuerwehren, eine Reform der Laufbahnen sowie Verbesserungen bei Besoldung und Zulagen. Sie verweisen auf die zunehmende Belastung durch große Waldbrände, Wetterextreme und zahlreiche medizinische Notfalleinsätze. Der Streikaufruf gilt für die Berufsfeuerwehr. Wegen der besonderen Aufgaben der Einsatzkräfte muss die Notfallversorgung allerdings auch während des Ausstands gewährleistet bleiben.
Bereits am 13. August hatten die neun Organisationen zu einer ersten Mobilisierung aufgerufen. Die Nationale Föderation der französischen Feuerwehr unterstützte zentrale Forderungen und verlangte eine politische Grundsatzentscheidung über Aufgaben und Finanzierung des Zivilschutzes. Das französische Feuerwehrwesen stützt sich auf Berufsfeuerwehrleute, zahlreiche Freiwillige, die Rettungsdienste der Départements sowie staatliche Einheiten. Départements und Kommunen tragen einen großen Teil der Kosten, während der Staat für die nationale Koordinierung und bestimmte überregionale Fähigkeiten zuständig ist.
Nuñez hatte nach dem Gespräch im August zugesagt, den Gewerkschaften am 8. September den Entwurf für ein Gesetz zur Modernisierung der Sécurité civile vorzulegen. Wann der Text in den Ministerrat und anschließend ins Parlament gelangen könnte, ist bislang offen. Die Arbeitnehmervertreter fordern vor Beginn der parlamentarischen Beratungen eine belastbare Fassung. Bloße Ankündigungen ohne konkrete Finanzierungszusagen reichen ihnen nicht aus.
Dass der Streik bis zum 20. Oktober dauern soll, hängt auch mit den anstehenden Haushaltsberatungen für 2027 zusammen. Das Gewerkschaftsbündnis will auf die Mittel für Personal, Fahrzeuge, Schutzkleidung und Einsatzstrukturen Einfluss nehmen. Für Ende September sind zudem Kundgebungen in Paris vorgesehen. Die jüngsten Waldbrände haben die Debatte über Vorsorge, Luftunterstützung und die Belastbarkeit der örtlichen Rettungsdienste zusätzlich verschärft.
Der angekündigte Entwurf soll den gesetzlichen Rahmen erneuern, den das Zivilschutzgesetz vom 13. August 2004 wesentlich geprägt hat. Gewerkschaften und Feuerwehrverbände verlangen nun eine Reform, die veränderte Risiken, den Personalbedarf und eine dauerhafte Finanzierung gemeinsam berücksichtigt.
Quellen
- Franceinfo
- Fédération nationale des sapeurs-pompiers de France
- CFDT Services départementaux d'incendie et de secours
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).