Saint-Denis – 25.08.2026: Die französische Finanzstaatsanwaltschaft PNF hat eine Voruntersuchung gegen Bally Bagayoko, den Bürgermeister der neu gebildeten Kommune Saint-Denis, eingeleitet. Geprüft wird, ob es im Zusammenhang mit seiner früheren Beschäftigung beim Pariser Verkehrsunternehmen RATP und der gleichzeitigen Ausübung kommunaler Mandate zu strafbaren Vorgängen gekommen sein könnte. Für Bagayoko gilt die Unschuldsvermutung.
Nach Angaben aus Justizkreisen ermittelt die Behörde wegen des Verdachts der Veruntreuung öffentlicher Gelder, der Hehlerei sowie der sogenannten Concussion. Dieser Tatbestand des französischen Strafrechts betrifft die unrechtmäßige Erhebung oder Gewährung öffentlicher Gelder durch Amtsträger. Die Ermittler wollen insbesondere klären, unter welchen Bedingungen Bagayoko bei der RATP angestellt war, während er zugleich politische Ämter ausübte.
Ausgangspunkt des Verfahrens sind Vorwürfe, die nach Medienrecherchen und Beschwerden einer Antikorruptionsvereinigung erhoben wurden. Zu prüfen ist, ob Arbeitszeit, tatsächliche Aufgaben und Vergütung des heutigen Bürgermeisters mit seinen damaligen Mandaten vereinbar waren. Die Eröffnung einer Voruntersuchung bedeutet weder eine Anklage noch eine Feststellung von Schuld. Sie erlaubt es der Staatsanwaltschaft zunächst, Unterlagen anzufordern, Zeugen zu befragen und Beschäftigungsbedingungen zu untersuchen.
Bagayoko wies die Anschuldigungen zurück. Seine Haltung habe sich nicht geändert, erklärte er nach Bekanntwerden der Ermittlungen: Er sehe dem Ausgang des Verfahrens gelassen entgegen und halte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe für unbegründet. Seine Partei La France insoumise bezeichnete das Vorgehen gegen den Bürgermeister als politische Kampagne. Die Finanzstaatsanwaltschaft hat bislang keine Belege veröffentlicht, die ein strafbares Verhalten nachweisen würden.
Der Fall betrifft einen Politiker, der erst seit wenigen Monaten an der Spitze der Kommune steht. Bagayoko wurde am 15. März 2026 im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Saint-Denis gewählt. Die Stadt nördlich von Paris ist seit dem Zusammenschluss mit Pierrefitte-sur-Seine zum 1. Januar 2025 eine neue Kommune. Bagayokos Tätigkeit bei der RATP gehört zu seinem beruflichen Werdegang vor der Übernahme des Bürgermeisteramtes.
Nach Medienberichten reichen die ursprünglichen Beschwerden über seine Person hinaus. Sie betreffen demnach auch mögliche Beschäftigungsverhältnisse weiterer kommunaler Mandatsträger aus der Region Île-de-France bei der RATP. Ob daraus zusätzliche Verfahren entstehen, ist bislang nicht bekannt. Gegenstand der nun bestätigten Untersuchung sind zunächst die konkreten Bedingungen von Bagayokos eigener Anstellung.
Die PNF kann Arbeitsverträge, Abrechnungen und weitere Dokumente auswerten sowie Verantwortliche und mögliche Zeugen anhören. Erst nach Abschluss dieser Prüfungen entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie das Verfahren einstellt, weitere Ermittlungen veranlasst oder eine strafrechtliche Verfolgung einleitet. Bagayoko bleibt während der Voruntersuchung im Amt.
Quellen
- Capitol unter Berufung auf AFP und die Finanzstaatsanwaltschaft PNF
- Europe 1
- Stadt Saint-Denis
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).