Cannes – 24.08.2026: Bei Verkehrskontrollen an der Côte d'Azur kommt neben dem Alkoholtest nun ein weiteres Messgerät zum Einsatz. Cannes hat seine Kommunalpolizei mit drei Detektoren ausgestattet, die Distickstoffmonoxid in der Atemluft von Autofahrern nachweisen sollen. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um den ersten Einsatz solcher Geräte durch eine französische Kommunalpolizei.
Die Detektoren werden seit dem 20. August im Streifendienst verwendet. Binnen weniger Sekunden sollen sie anzeigen, ob jemand kurz zuvor Distickstoffmonoxid konsumiert hat. Das umgangssprachlich Lachgas genannte Gas ist für technische und kulinarische Zwecke erhältlich. Missbräuchlicher Konsum kann Wahrnehmung, Koordination und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen und damit beim Fahren erhebliche Risiken verursachen.
In der Nacht vom 21. auf den 22. August nahmen die Beamten laut Rathaus zehn Atemtests vor. Bei einem Autofahrer fiel das Ergebnis positiv aus. Die Polizei verwarnte ihn und legte sein Fahrzeug für etwas mehr als eine Stunde still. Erst nachdem ein weiterer Test das Gas nicht mehr nachwies, durfte er weiterfahren.
Im selben Wagen wurde nach Darstellung der Stadt ein Mitfahrer wegen des Konsums von Distickstoffmonoxid verwarnt. Drei weitere Insassen erhielten Bußgelder wegen des Besitzes von Gasflaschen. Namen der Betroffenen nannte die Kommune nicht. Ob weitere Verfahren eingeleitet wurden, teilten die zuständigen Stellen ebenfalls nicht mit.
Die in Cannes verwendeten Geräte stammen vom französischen Unternehmen Olythe und arbeiten mit Infrarotspektroskopie. Nach Angaben der Stadt wiegen sie etwa 60 Gramm und eignen sich für Kontrollen bei Tag und Nacht. Der Ablauf ähnelt einem Atemalkoholtest, allerdings weist das Gerät eine andere Substanz und lediglich einen zeitlich nahen Konsum nach.
Rechtlich bewegt sich der Versuch noch auf unsicherem Terrain. TF1 Info zufolge besitzen die Detektoren bislang keine amtliche Zulassung. Die Kommune stützt den Einsatz demnach auf eigene Regelungen. Parallel arbeitet das französische Innenministerium an vergleichbaren Kontrollinstrumenten. Sie sollen im Februar 2027 verfügbar sein, wenn das Gesetz RIPOST in Kraft tritt.
Cannes geht bereits seit mehreren Jahren mit kommunalen Verboten gegen Lachgas vor. Seit 2020 sind der Konsum im öffentlichen Raum und der Verkauf an Minderjährige untersagt. Im Juli 2025 verbot die Stadt zudem den Verkauf von Gasflaschen an Privatpersonen. Nach ihren Angaben sammelten kommunale Dienste 2025 insgesamt 10.970 weggeworfene Flaschen ein. Die Polizei registrierte im selben Jahr 326 Verstöße im Zusammenhang mit Besitz, Konsum oder Verkauf.
Quellen
- Franceinfo, Meldung vom 24.08.2026
- Stadt Cannes, Mitteilung vom 24.08.2026
- TF1 Info, Bericht vom 23.08.2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).