Politik & Gesellschaft

Bardella und Farage schließen Migrationspakt in Birmingham

Jordan Bardella und Nigel Farage haben beim Parteitag von Reform UK eine Vereinbarung gegen irreguläre Überfahrten über den Ärmelkanal unterzeichnet. Proteste unterbrachen die Veranstaltung.

Birmingham – 04.09.2026: Der Vorsitzende des Rassemblement National, Jordan Bardella, und der Chef der britischen Partei Reform UK, Nigel Farage, haben beim Parteitag von Reform UK in Birmingham eine gemeinsame Vereinbarung zur Migrationspolitik unterzeichnet. Das Dokument richtet sich gegen irreguläre Überfahrten über den Ärmelkanal und soll die Zusammenarbeit beider Parteien für den Fall einer künftigen Regierungsbeteiligung regeln.

Bardella trat am Freitag auf der Hauptbühne im National Exhibition Centre auf und hielt eine Rede auf Englisch. Anschließend stellten beide Politiker die Vereinbarung öffentlich vor. Reform UK bezeichnete sie in Anlehnung an das historische britisch-französische Abkommen als neue Entente cordiale und erklärte, die Überfahrten kleiner Boote dauerhaft unterbinden zu wollen. Rechtlich verbindliche Zusagen zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich enthält der parteipolitische Text jedoch nicht.

Der Auftritt wurde mehrfach von Protesten unterbrochen. Nach britischen Medienberichten erhoben sich Demonstrantinnen im Saal und zeigten ein Transparent gegen die Wirtschafts- und Steuerpolitik von Reform UK. Sicherheitskräfte führten sie hinaus. Farage erklärte anschließend, seine Partei werde wegen ihres politischen Erfolgs angegriffen. Angaben über Verletzte oder weitere Zwischenfälle lagen zunächst nicht vor.

Für Bardella besitzt der gemeinsame Auftritt vor allem eine europapolitische Bedeutung. Der Rassemblement National bemüht sich seit Jahren um belastbare Kontakte zu rechtsnationalen Parteien außerhalb seiner Bündnisse im Europäischen Parlament. Farage war ein maßgeblicher Akteur des Brexit; seine Partei gehört keiner Fraktion des Europäischen Parlaments an. Beide Politiker fordern deutlich schärfere Maßnahmen gegen irreguläre Migration über den Ärmelkanal.

Der Parteitag stand zugleich unter dem Eindruck eines Berichts über mögliche ausländische Parteispenden. Nach verdeckt aufgenommenen Gesprächen legten der langjährige Farage-Berater Dan Jukes und der für politische Fragen zuständige James Orr ihre Funktionen bis zum Abschluss einer internen Untersuchung nieder. Die britische Wahlaufsicht Electoral Commission teilte mit, sie prüfe die verfügbaren Informationen und stehe mit der Londoner Metropolitan Police in Verbindung.

Das britische Parteienrecht beschränkt Spenden grundsätzlich auf Personen, die im Vereinigten Königreich wahlberechtigt sind, sowie auf dort registrierte Unternehmen. Farage bestritt bei einer Pressekonferenz mit Bardella, dass Reform UK rechtswidrige Gelder angenommen habe. Er bezeichnete die Äußerungen von Mitarbeitern als unbedachte Gespräche ohne tatsächliche Grundlage. Vertreter der Labour Party und der Liberal Democrats sowie die konservative Oppositionsführerin Kemi Badenoch verlangten eine polizeiliche Prüfung.

Der Termin verschafft Bardella internationale Sichtbarkeit an der Seite einer Partei, die mit einem scharf migrationskritischen Kurs an Einfluss gewonnen hat. Überschattet wurde die Inszenierung durch die Proteste und die Vorwürfe zur Parteienfinanzierung, die nun sowohl Reform UK als auch die zuständigen britischen Stellen prüfen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Euronews
  • Reform UK
  • ITV News
  • The Independent

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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