Politik & Gesellschaft

Raphaël Glucksmann erklärt seine Kandidatur für 2027

Der Europaabgeordnete Raphaël Glucksmann bewirbt sich um die französische Präsidentschaft. Zunächst will er in einer gemeinsam mit dem Parti socialiste organisierten Vorwahl antreten und das gemäßigte linke Lager hinter sich versammeln.

Paris – 24.08.2026: Raphaël Glucksmann hat am Sonntagabend, dem 23. August, seine Kandidatur für die französische Präsidentschaftswahl 2027 erklärt. Der Europaabgeordnete und Co-Vorsitzende von Place publique will zunächst an einer gemeinsam mit dem Parti socialiste organisierten Vorwahl teilnehmen. Damit beendet er eine Phase strategischer Unklarheit im Teil der französischen Linken, der sich von Jean-Luc Mélenchon und La France insoumise abgrenzt.

Glucksmanns Ausgangslage reicht über seine vergleichsweise kleine Partei hinaus. Bei der Europawahl 2024 führte er die gemeinsame Liste von Parti socialiste und Place publique an. Sie erreichte 13,83 Prozent, belegte den dritten Platz und schnitt stärker ab als die übrigen linken Listen. Der heute 46-Jährige gehört seit 2019 dem Europäischen Parlament an und hat sich dort vor allem mit Außenpolitik, Menschenrechten und europäischen Fragen befasst.

Sein Angebot richtet sich an Wähler, die eine sozialdemokratische, proeuropäische und institutionell orientierte Linke suchen. Von Mélenchon unterscheidet ihn besonders seine Haltung zur Europäischen Union sowie zur Sicherheits- und Außenpolitik. Glucksmann setzt darauf, gemäßigte Kräfte zu bündeln, ohne ein Bündnis mit La France insoumise einzugehen. Ob das gelingt, hängt maßgeblich von der Unterstützung sozialistischer Funktionäre, Abgeordneter und regionaler Mandatsträger ab.

Die Teilnahme an der Vorwahl bedeutet zugleich einen taktischen Kurswechsel. Eine umfassende Vorwahl der gesamten Linken hatte Glucksmann zuvor skeptisch beurteilt, weil er eine politische Verständigung mit La France insoumise nicht für tragfähig hielt. Das nun mit dem Parti socialiste vorgesehene Verfahren eröffnet ihm den Zugang zu dessen territorialen Strukturen, Wahlkampferfahrung und Netz von Mandatsträgern. Für die Sozialisten stellt sich umgekehrt die Frage, ob sie sich hinter einem Kandidaten versammeln, der nicht ihrer Partei angehört.

Inhaltlich stützt sich Glucksmann auf eine seit dem Frühjahr ausgearbeitete Plattform, die er als patriotischen Vertrag bezeichnet. Seine Vorschläge betreffen Kaufkraft, öffentliche Dienstleistungen, Bildung, Industriepolitik, Europas Handlungsfähigkeit und demokratische Institutionen. Genannt werden eine stärkere Besteuerung großer Vermögen auf europäischer Ebene, Investitionen in erneuerbare Energien, kleinere Grundschulklassen und höhere Gehälter für Lehrkräfte.

Umfragen führen Glucksmann seit Monaten unter den bekannteren Bewerbern links der Mitte. Sie bilden jedoch lediglich die derzeitigen Wahlabsichten ab und nehmen weder das Ergebnis einer Vorwahl noch des ersten Wahlgangs 2027 vorweg. Eine erste innerparteiliche Reaktion dürfte bei der Sommeruniversität des Parti socialiste folgen, die vom 28. bis 30. August in Blois stattfindet. Dort trifft Glucksmanns Kandidatur auf eine Partei, deren organisatorische Unterstützung er für einen landesweiten Wahlkampf benötigt.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • Le Monde
  • Europäisches Parlament
  • LCP – Assemblée nationale

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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