Trappes – 25.10.2026: Nach dem tödlichen Schusswaffenangriff in Trappes und La Verrière im Département Yvelines hat die französische Antiterrorstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie untersucht Mord und versuchten Mord im Zusammenhang mit einer terroristischen Unternehmung. Dabei wird ein rassistisches Motiv als erschwerender Umstand geprüft. Ein 26-jähriger Mann wurde getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen.
Nach den bislang veröffentlichten Erkenntnissen soll der mutmaßliche Täter am 23. Oktober aus einem Fahrzeug heraus an mehreren Orten geschossen haben. Der 39-Jährige wurde noch am selben Tag in Coignières festgenommen. Für die Ermittler sprechen die Schwere der Tat, der Einsatz einer automatischen Waffe und mögliche Hinweise auf gezielt ausgewählte Opfer dafür, den Verdacht einer terroristischen Tat zu prüfen. Maßgeblich ist dabei, ob Menschen wegen ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen Herkunft, Hautfarbe oder Religion angegriffen wurden.
Präsident Emmanuel Macron besuchte Trappes am Abend des 23. Oktober und sprach von einem rassistischen Terroranschlag. Seine politische Bewertung nimmt die strafrechtliche Würdigung nicht vorweg. Das Parquet national antiterroriste muss nun Tatplanung, Ablauf und Äußerungen des Beschuldigten untersuchen. Zu klären ist außerdem, ob der Mann allein handelte oder ob weitere Personen von seinen Plänen wussten und ihn unterstützten.
Der Angriff beschäftigt zugleich die französische Politik. Bei Demonstrationen in mehreren Städten am 24. Oktober wurde über Rassismus, Migration und die gesellschaftliche Atmosphäre im Land gestritten. Die Kundgebungen knüpften an soziale Proteste der Vorwoche an. In Orléans zog ein antifaschistischer Demonstrationszug am Parteitag des Rassemblement National vorbei. Nach Angaben von TV5 Monde verlief die dortige Kundgebung ohne größere Zwischenfälle.
Auf dem Parteitag wurde Jordan Bardella erneut zum Vorsitzenden des Rassemblement National gewählt. Gegner der Partei brachten den Angriff mit einer aus ihrer Sicht verschärften öffentlichen Debatte über Migration, Sicherheit und den Islam in Verbindung. Ein organisatorischer oder politischer Zusammenhang zwischen der Partei und der Tat ist nach dem veröffentlichten Ermittlungsstand jedoch nicht belegt.
Die strafrechtliche Aufarbeitung bleibt deshalb von der politischen Auseinandersetzung zu trennen. Während Parteien und Demonstrierende über das gesellschaftliche Klima streiten, richtet sich die Untersuchung auf die individuelle Verantwortung des Verdächtigen, sein mögliches Motiv und etwaige Unterstützer. Die Ermittler rekonstruieren dafür die rund 15 Minuten dauernde Schussserie an den verschiedenen Tatorten. Die fünf Verletzten wurden nach dem Angriff medizinisch versorgt.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Le Monde
- TV5 Monde
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).