Barcelona – 26.10.2026: Nach schweren Ausschreitungen am Samstagabend im Zentrum Barcelonas haben die Sicherheitsbehörden 128 Menschen festgenommen. Nach Angaben der katalanischen Polizei Mossos d'Esquadra waren 72 der Festgenommenen minderjährig. Ausgangspunkt war eine über soziale Netzwerke verbreitete, nicht angemeldete Zusammenkunft an der Plaça de Catalunya, zu der Hunderte Jugendliche gekommen sein sollen.
Im Laufe des Abends kam es rund um den zentralen Platz zu Sachbeschädigungen, Plünderungen und Bränden. Nach vorläufigen Angaben der Behörden wurden 23 Geschäfte beschädigt oder geplündert. Die Feuerwehr rückte zu 33 Bränden aus, von denen unter anderem Müllcontainer und Gegenstände im öffentlichen Raum betroffen waren. Polizeikräfte sperrten Teile der Innenstadt ab und lösten Gruppen auf.
Bei dem Einsatz wurden 15 Polizisten verletzt: 14 Angehörige der Mossos d'Esquadra und ein Beamter der städtischen Guardia Urbana. Vier Einsatzkräfte erlitten nach Polizeiangaben schwere Verletzungen. Die bisher veröffentlichten Zahlen beruhen auf Angaben der Behörden. Sie lassen noch keine Rückschlüsse darauf zu, welche einzelnen Verdächtigen für bestimmte Taten verantwortlich sein könnten.
Die Chefin der Mossos d'Esquadra, Sílvia Catà, erklärte am Sonntag, ihre Behörde habe Aufrufe zu der Zusammenkunft bereits in den Tagen zuvor in sozialen Netzwerken beobachtet. Das Ausmaß der Gewalt habe die Einsatzkräfte dennoch überrascht. Die Ermittlungen sollen klären, wer hinter der Mobilisierung stand und ob es erkennbare Organisatoren gab. Nach eigenen Angaben arbeitet die katalanische Polizei dabei auch mit Polizeibehörden anderer europäischer Staaten zusammen.
Spanischen Medienberichten zufolge wurden erste Aufrufe vor allem über TikTok verbreitet. Weitere Absprachen sollen in geschlossenen Gruppen bei Telegram und WhatsApp erfolgt sein. Die Ermittler werten nun digitale Spuren und beschlagnahmte Gegenstände aus. Bei Kontrollen stellten Beamte unter anderem Messer, Reizsprays, Pyrotechnik, Sturmhauben und Steine sicher. Wegen eines Teils der Funde leiteten die Behörden Verwaltungsverfahren ein.
Die große Zahl minderjähriger Festgenommener stellt Polizei und Justiz vor besondere Anforderungen. Minderjährige unterliegen in Spanien einem eigenen Jugendstrafrecht; Tatvorwürfe und persönliche Verantwortung müssen für jeden Fall gesondert geprüft werden. Eine Festnahme bedeutet zudem weder eine Anklage noch einen gerichtlichen Schuldnachweis. Zu möglichen Haftentscheidungen oder bereits eröffneten Strafverfahren lagen zunächst keine vollständigen Angaben vor.
Das Bürgermeisteramt von Barcelona und die katalanische Regionalregierung verurteilten die Gewalt und stellten sich hinter die eingesetzten Polizeikräfte. Neben der strafrechtlichen Aufarbeitung müssen die Behörden den Umfang der Schäden an Geschäften und öffentlichem Eigentum erfassen. Im Zentrum der Ermittlungen stehen die konkreten Tatbeiträge sowie die Frage, wie die nicht angemeldete Zusammenkunft über mehrere digitale Plattformen organisiert wurde.
Quellen
- Franceinfo
- EFE
- RTVE Catalunya
- El País
- Mossos d'Esquadra
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).