Kultur

Zwei Fäden der Tapisserie von Bayeux nach Transport gerissen

Nach dem Transport der Tapisserie von Bayeux nach London haben Fachleute zwei gerissene Fäden entdeckt. Vor der geplanten Eröffnung am 10. September wird nun untersucht, wie gravierend der Befund ist.

London – 04.09.2026: An der Tapisserie von Bayeux sind nach ihrem Transport von Frankreich nach London zwei Fäden gerissen. Fachleute stellten den Befund bei der Kontrolle des nahezu tausend Jahre alten Textilwerks im British Museum fest. Das teilte die französische Kulturministerin Catherine Pégard nach Angaben von Franceinfo mit. Nun sollen Ursache und mögliche konservatorische Folgen untersucht werden.

Der Befund wird wenige Tage vor der geplanten Öffnung der Ausstellung für das Publikum bekannt. Vom 10. September an soll das Werk im British Museum zu sehen sein. Ob die beiden gerissenen Fäden Auswirkungen auf diesen Termin haben, geht aus den bislang veröffentlichten Angaben nicht hervor. Zunächst handelt es sich auch nicht um den Nachweis eines größeren strukturellen Schadens. Bei einem derart alten und empfindlichen Textil können jedoch selbst kleine Veränderungen für die Fachleute bedeutsam sein.

Die französischen Behörden hatten den Transport als außergewöhnlich aufwendige und abgesicherte Operation vorbereitet. Die Tapisserie verließ Bayeux am Abend des 9. Juli und traf am folgenden Tag in London ein. Dort musste sie sich zunächst an die klimatischen Bedingungen am neuen Ausstellungsort anpassen, bevor sie installiert werden konnte. Konservatoren überwachen dabei unter anderem Temperatur und Luftfeuchtigkeit, weil Schwankungen die jahrhundertealten Fasern belasten können.

Vor der Reise war der Zustand des Werks umfassend dokumentiert worden. Diese Bestandsaufnahme ermöglicht es nun, die gerissenen Fäden mit dem Zustand vor dem Transport zu vergleichen. Erst eine solche Untersuchung kann klären, wann die Veränderungen entstanden sind und welche Maßnahmen gegebenenfalls erforderlich werden. Die besondere Empfindlichkeit des Objekts hatte bereits vor der Reise eine Debatte darüber ausgelöst, ob ein Transport überhaupt vertretbar sei.

Die Tapisserie ist trotz ihres gebräuchlichen Namens kein gewebter Wandteppich, sondern eine Stickerei auf Leinen. Auf einer Länge von rund 70 Metern erzählt sie in 58 Szenen von der normannischen Eroberung Englands im Jahr 1066. Im Zentrum stehen die Ereignisse, die zur Schlacht von Hastings und zur Krönung Wilhelms des Eroberers führten. Das Werk ist zugleich historische Erzählung, politisches Zeugnis und eine seltene Bildquelle für das Leben im europäischen Mittelalter.

Die Leihgabe nach London besitzt deshalb auch diplomatisches Gewicht. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sie als außergewöhnliches Zeichen der französisch-britischen Beziehungen angekündigt. Für das British Museum ist die Präsentation eine museale Besonderheit; die Tapisserie wird gewöhnlich in Bayeux in der Normandie aufbewahrt. Maßgeblich für das weitere Vorgehen ist nun die konservatorische Prüfung der beiden beschädigten Fäden vor der geplanten Publikumseröffnung am 10. September.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Kulturministerium
  • Élysée-Palast
  • Stadt Bayeux
  • Französisches Innenministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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