Kultur

Venedig setzt zum Auftakt auf französisches und italienisches Kino

Bei der 83. Mostra prägen französische und italienische Produktionen das Programm. Hollywood ist schwächer vertreten als in früheren Jahren, internationale Stars kommen dennoch auf den Lido.

Venedig – 01.09.2026: Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig beginnen am Mittwoch, 2. September, auf dem Lido. Bis zur Preisverleihung am 12. September setzt die Mostra auffallend stark auf europäisches Autorenkino. Französische und italienische Produktionen prägen besonders den Wettbewerb, während die großen amerikanischen Studios in der Auswahl weniger Raum einnehmen als in manchen Vorjahren.

Auf den Glanz der amerikanischen Filmindustrie verzichtet Venedig dennoch nicht. Danny Boyles "Ink" eröffnet das Festival. Der Film über die frühen Jahre des Medienunternehmers Rupert Murdoch ist eine britisch-französisch-amerikanische Koproduktion. Auch George Clooney wird erwartet, der einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhalten soll. Der rote Teppich bleibt belebt, nur der industrielle Takt ist ein anderer.

Im Rennen um den Goldenen Löwen stehen acht Langfilme, die von französischen Gesellschaften produziert oder koproduziert wurden. Dazu gehören Cédric Kahns "15/18", Stéphane Brizés "Un bon petit Soldat", Florian Zellers "Bunker" und Nicolas Parisers "Un peu avant minuit". Frankreich tritt damit als maßgebliche Produktionskraft einer Auswahl auf, die nationale Handschriften und internationale Finanzierungen eng miteinander verbindet.

Die europäische Dichte zeigt sich ebenso bei den italienischen Beiträgen. Nanni Moretti tritt mit "Spererà questa notte" an, einer italienisch-französisch-spanischen Koproduktion. Paolo Strippolis "L'Estranea" entstand mit italienischen, französischen und belgischen Partnern. Solche Bündnisse gehören längst zum Alltag des europäischen Kinos: Viele Filme durchlaufen bereits vor ihrer Premiere mehrere Länder, Fördermodelle und Sprachräume.

Neben dem Wettbewerb erstreckt sich die französische Präsenz auf weitere Reihen. Alexandre Sumias "Jupiter", Tristan Séguelas "Un bon avocat" und Barthélémy Großmanns "Father Joe" laufen außer Konkurrenz. In Orizzonti, der Sektion für neue ästhetische und erzählerische Formen, finden sich ebenfalls mehrere französisch getragene Projekte. Hinzu kommen Arbeiten in der Sparte Venice Immersive, die Produktionen mit virtueller oder erweiterter Realität versammelt.

Die Zurückhaltung großer amerikanischer Studios verändert den Charakter des Festivals. Venedig bleibt ein wichtiger Auftakt der herbstlichen Filmpreissaison, doch das Programm wirkt weniger wie ein Schaufenster bereits kalkulierter Oscar-Kampagnen. Regisseure wie Martin McDonagh, Werner Herzog, Hirokazu Kore-eda und Florian Zeller sorgen für internationale Strahlkraft; zugleich setzt die Auswahl stärker auf eigenständige Filme als auf bekannte Studiomarken.

Über den Goldenen Löwen entscheidet eine Jury unter dem Vorsitz von Maggie Gyllenhaal. Ihr gehören unter anderem die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania, der französische Filmemacher Xavier Giannoli, der Komponist Daniel Blumberg, die afghanische Regisseurin Shahrbanoo Sadat und der Hongkonger Regisseur Johnnie To an. Die Preise werden am 12. September auf dem Lido vergeben.

Quellen

  • Franceinfo
  • La Biennale di Venezia
  • Centre national du cinéma et de l'image animée
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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