Gesundheit

Späterer Schulbeginn verschafft Jugendlichen mehr Schlaf

Kurz vor Frankreichs Schulstart rückt eine Zürcher Studie den Schlafrhythmus Jugendlicher in den Blick. Flexible Anfangszeiten verlängerten ihre Nachtruhe im Durchschnitt um 45 Minuten.

Paris – 28.08.2026: Vier Tage vor dem Beginn des neuen Schuljahres in Frankreich richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Schlafrhythmus Jugendlicher. Am 1. September kehren die Schülerinnen und Schüler in den Unterricht zurück. Eine Studie der Universität Zürich liefert weitere Hinweise darauf, dass ein sehr früher Unterrichtsbeginn mit der inneren Uhr vieler Heranwachsender kollidiert.

Die Untersuchung fand an einer Sekundarschule in Gossau im Schweizer Kanton St. Gallen statt. Dort konnten Jugendliche wählen, ob sie um 7.30 Uhr zusätzliche Unterrichtsmodule besuchten oder erst zum regulären Beginn um 8.30 Uhr erschienen. Vor der Einführung des Modells hatte der Schultag bereits um 7.20 Uhr begonnen. Die Forschenden werteten insgesamt 754 Rückmeldungen aus.

95 Prozent der im Durchschnitt 14 Jahre alten Schülerinnen und Schüler nutzten die Möglichkeit eines späteren Starts. Ihr Schultag begann im Mittel 38 Minuten später, morgens standen sie 40 Minuten später auf. Weil sich die Zeit des Einschlafens kaum veränderte, verlängerte sich ihre Nachtruhe an Schultagen durchschnittlich um 45 Minuten. Die Ergebnisse erschienen im Februar 2026 im Fachjournal Journal of Adolescent Health.

Die Forschungsgruppe um Joëlle Albrecht, Reto Huber und Oskar Jenni stellte zudem weniger Einschlafprobleme und eine bessere gesundheitsbezogene Lebensqualität fest. Auch bei den erfassten Leistungen in Englisch und Mathematik gab es Verbesserungen gegenüber kantonalen Vergleichstests. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jede Schule oder Altersgruppe in gleichem Maße von späteren Anfangszeiten profitieren würde. Untersucht wurde ein bestimmtes flexibles Modell an einer einzelnen Schule.

Der Befund passt zu medizinischen Erkenntnissen über die Pubertät. Bei vielen Jugendlichen verschiebt sich die innere Uhr nach hinten: Sie werden abends später müde, müssen an Schultagen aber weiterhin früh aufstehen. Die französische Krankenversicherung Ameli nennt für Jugendliche je nach persönlichem Bedarf acht bis zehn Stunden Schlaf; bei 14- bis 17-Jährigen gelten etwa neun Stunden als durchschnittlicher Richtwert.

Für Familien bedeutet die Rückkehr in den Schulalltag deshalb eine Umstellung, die möglichst schrittweise erfolgen sollte. Ameli empfiehlt regelmäßige Schlafenszeiten, begrenzte Abweichungen am Wochenende und weniger Bildschirmnutzung vor dem Zubettgehen. Solche Gewohnheiten können den Schlaf fördern. Auf die verbindliche Uhrzeit der ersten Unterrichtsstunde haben Jugendliche jedoch keinen Einfluss.

Eine landesweite Verschiebung des Unterrichtsbeginns an weiterführenden Schulen ist in Frankreich bislang nicht vorgesehen. Das Bildungsministerium hat den 1. September als Beginn des Schuljahres 2026/2027 festgelegt; die konkreten Stundenpläne organisieren die einzelnen Einrichtungen. Die Zürcher Untersuchung liefert für die französische Debatte über Schlaf, Gesundheit und Lernbedingungen damit einen aktuellen wissenschaftlichen Bezugspunkt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Universität Zürich
  • Französisches Bildungsministerium
  • Ameli
  • Journal of Adolescent Health

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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