Paris – 01.09.2026: Nach seiner Rückkehr nach Frankreich spricht Sébastien Raoult über die Jahre, die sein Leben geprägt haben: über gestohlene Daten, seine Festnahme und die Haft in den Vereinigten Staaten. Der heute 25-Jährige sagt in einem Interview mit franceinfo, er habe mit seiner Vergangenheit als Hacker gebrochen. Künftig wolle er Unternehmen dabei helfen, ihre IT-Systeme gegen Angriffe zu schützen.
Raoult war im Januar 2024 von einem Bundesgericht in Seattle zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Nach Angaben des US-Justizministeriums hatte er sich der Verschwörung zum Computerbetrug und des schweren Identitätsdiebstahls schuldig bekannt. Das Gericht ordnete zudem eine Wiedergutmachungszahlung von mehr als fünf Millionen US-Dollar an. Sein Schuldbekenntnis hatte Raoult bereits im September 2023 abgelegt.
Die amerikanischen Ermittler rechneten ihn dem Umfeld von ShinyHunters zu. Der international bekannten Hackergruppe werden Angriffe auf zahlreiche Unternehmen zugeschrieben. Dabei sollen große Mengen elektronischer Daten unbefugt erlangt und anschließend zum Verkauf angeboten oder für Erpressungsversuche verwendet worden sein. Solche Angriffe können neben dem Verlust vertraulicher Informationen erhebliche Kosten verursachen und den Geschäftsbetrieb der betroffenen Unternehmen beeinträchtigen.
Raoults Haftzeit fiel kürzer aus als das Strafmaß von drei Jahren, weil ihm unter anderem bereits verbüßte Zeit angerechnet wurde. Nach seiner Ankunft in Frankreich im Dezember 2024 wurde er nach Medienberichten im Zusammenhang mit einem französischen Ermittlungsverfahren festgenommen und später unter gerichtliche Kontrolle gestellt. Diese kann Beschränkungen und Auflagen umfassen, ohne dass damit eine Vorverurteilung verbunden ist. Über den aktuellen Stand des Verfahrens sind bislang nur begrenzte Informationen öffentlich bekannt.
Im Interview beschreibt Raoult seinen damaligen Antrieb als technische Neugier, mit der er rote Linien überschritten habe. Die Erklärung mindert weder die Straftaten noch die möglichen Folgen für die Betroffenen. Sie berührt jedoch eine grundlegende Frage der Cybersicherheit: Dieselben Kenntnisse, mit denen sich Schwachstellen aufspüren lassen, können zur Abwehr von Angriffen oder zum Eindringen in fremde Systeme eingesetzt werden.
Raoult möchte nach eigenen Angaben künftig als ethischer Hacker arbeiten. Solche Fachleute prüfen im Auftrag von Unternehmen oder Institutionen Netzwerke und Anwendungen auf Sicherheitslücken. Voraussetzung sind eine ausdrückliche Genehmigung, eindeutig festgelegte Grenzen und eine sorgfältige Dokumentation der gefundenen Schwachstellen. Für Raoult wäre dieser Berufsweg deshalb mehr als ein Wechsel der Tätigkeit: Nach der rechtskräftigen Verurteilung in den Vereinigten Staaten müsste er das dafür notwendige Vertrauen erst wieder aufbauen. Unabhängig von seinen beruflichen Plänen bleibt er in Frankreich unter gerichtlicher Kontrolle.
Quellen
- franceinfo
- US-Justizministerium
- Le Monde
- Service-Public.fr
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).