Stockholm – 31.08.2026: Schweden hat den Kauf von vier französischen Luftverteidigungsfregatten beim Rüstungskonzern Naval Group vertraglich besiegelt. Das Auftragsvolumen beträgt nach Angaben der schwedischen Regierung 4,3 Milliarden Euro. Unterzeichnet wurde die Vereinbarung während des Besuchs von Präsident Emmanuel Macron in Stockholm, wo ihn Ministerpräsident Ulf Kristersson empfing. Zugleich verständigten sich beide Länder auf einen Rahmen für eine langfristige Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen.
Auftraggeber ist die schwedische Beschaffungsbehörde Försvarets materielverk. Die Schiffe basieren auf der französischen Klasse Frégate de Défense et d'Intervention und sollen in Schweden als Luleå-Klasse geführt werden. Mit dem Vertrag können nach Regierungsangaben der Bau und die Ausbildung schwedischer Besatzungen beginnen. Das erste Schiff soll 2030 ausgeliefert werden, die drei weiteren Einheiten sollen schrittweise folgen.
Die Fregatten sind vor allem für die Luftverteidigung auf See ausgelegt, können aber auch zur U-Boot-Abwehr eingesetzt werden. Stockholm rechnet damit, seine derzeitigen Fähigkeiten zur maritimen Luftverteidigung durch die neuen Schiffe zu verdreifachen. Sie sollen Seewege und militärische Transporte sichern, zur Kontrolle des schwedischen Hoheitsgebiets beitragen und gemeinsam mit anderen Nato-Staaten eingesetzt werden können.
Die Bestellung geht auf die schwedische Verteidigungsplanung von 2024 zurück. Darin ist die Beschaffung neuer Überwasserkampfschiffe im Zeitraum von 2025 bis 2030 vorgesehen. Am 19. Mai 2026 hatte die Regierung die Beschaffungsbehörde ermächtigt, mit Frankreich über vier Fregatten zu verhandeln. Für das französische Angebot sprachen nach schwedischer Darstellung ein ausgereiftes, bereits in Produktion befindliches Schiffssystem und die Aussicht auf vergleichsweise rasche Lieferungen.
Wirtschaftlich reicht der Auftrag über die französischen Werften hinaus. Naval Group liefert zwar die Plattformen, doch sollen mehrere zentrale Komponenten aus Schweden kommen. Dazu zählen der Torpedo 47, der Seezielflugkörper RBS 15, das Radar G1X und das Nahverteidigungssystem Trackfire von Saab sowie Geschütze von BAE Systems Bofors. Der Vertrag verschafft damit auch schwedischen Rüstungsunternehmen langfristige Aufträge und bindet sie an das französische Schiffbauprogramm.
Sicherheitspolitisch reagiert Stockholm auf die angespannte Lage im Ostseeraum. Schweden trat 2024 der Nato bei und richtet seine Streitkräfte seither stärker auf gemeinsame Operationen sowie die integrierte Luft- und Raketenabwehr des Bündnisses aus. Frankreich und Schweden vertiefen zugleich ihre wechselseitigen Rüstungsbeziehungen: Frankreich hatte im Dezember 2025 zwei GlobalEye-Aufklärungsflugzeuge beim schwedischen Hersteller Saab bestellt.
Quellen
- Franceinfo
- Regierung Schwedens
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).