Politik & Gesellschaft

Regierung will Parcoursup 2027 reformieren und 2028 ersetzen

Frankreichs Regierung verspricht transparentere Auswahlkriterien, begründete Absagen und eine frühere Studienberatung. Ein neues Zulassungssystem soll 2028 folgen.

Paris – 27.10.2026: Frankreichs Regierung will die Hochschulplattform Parcoursup in zwei Schritten grundlegend verändern. Für das Bewerbungsverfahren 2027 sind öffentlich nachvollziehbare Auswahlkriterien, begründete Absagen und eine intensivere Begleitung der Schülerinnen und Schüler vorgesehen. Zum Studienjahr 2028 soll ein neues Zulassungssystem an die Stelle der seit 2018 genutzten Plattform treten. Die Ankündigung ist eine Reaktion auf die seit Wochen anhaltenden Proteste von Schülerinnen, Schülern und Studierenden.

Zunächst soll ein Reformkomitee aus Jugendlichen, Lehrkräften und den zuständigen Ministern seine Arbeit aufnehmen. Erste Empfehlungen erwartet die Regierung bis Ende November. Parallel dazu soll das Parlament über die Zukunft der Studienorientierung und der Hochschulzulassung beraten. Sollten dafür gesetzliche Änderungen erforderlich sein, will die Regierung einen eigenen Gesetzentwurf vorlegen.

Bereits im Bewerbungsverfahren 2027 sollen die einzelnen Studiengänge ihre Auswahlkriterien veröffentlichen und verständlich erläutern. Von Juni 2027 an sollen Hochschulen jede Ablehnung begründen. Angekündigt ist zudem ein Recht, fehlerhafte Angaben zum bisherigen Bildungsweg berichtigen zu lassen. Die Studienberatung soll früher beginnen: Schülerinnen und Schüler sollen bereits ab der zehnten Klasse intensiver begleitet werden. Für zwei Jahrgangsstufen der Oberstufe ist, soweit organisatorisch möglich, jeweils ein Orientierungstag an einer Hochschule vorgesehen.

Damit reagiert die Regierung auf einen seit Langem erhobenen Vorwurf. Der Ethik- und Wissenschaftsausschuss von Parcoursup hatte im Frühjahr festgestellt, dass Bewerber zwar Daten früherer Zulassungsrunden einsehen können. Nach welchen einfachen Kriterien selektive Studiengänge im laufenden Verfahren Bewerbungen bewerten oder ablehnen, bleibe jedoch häufig undurchsichtig. Der Ausschuss fordert seit Jahren mehr Transparenz bei Ranglisten und Absagen.

Wie das für 2028 angekündigte Nachfolgesystem aussehen soll, ist noch offen. Geprüft werden eine veränderte Gewichtung der laufenden Leistungsbewertung in der Oberstufe und ein mit künstlicher Intelligenz unterstütztes Beratungsinstrument. Es könnte Daten früherer Zulassungsrunden auswerten und Bewerbern geeignete Studienangebote vorschlagen. Über seinen Einsatz sollen die Beratungen des Reformkomitees und des Parlaments entscheiden.

Die Regierung verbindet die Verfahrensreform mit einem Ausbau der Kapazitäten. Für 2027 und 2028 sind landesweit 15.000 zusätzliche Studienplätze geplant, vor allem in stark nachgefragten Angeboten der Île-de-France. Davon sollen 10.000 auf höhere Technikerausbildungen, 4.000 auf Bachelorstudiengänge technischer Institute und 1.000 auf universitäre Gesundheitsstudiengänge entfallen. Einen Studienplatz für jeden Bewerber garantiert das Vorhaben nicht.

Parcoursup bleibt somit zunächst bestehen. Bildungsminister Édouard Geffray und Hochschulminister Philippe Baptiste stellten das Paket am 26. Oktober vor. Nach Regierungsangaben hatten sich mehr als 100.000 Jugendliche an der vorausgegangenen Befragung beteiligt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für Hochschulwesen, Forschung und Raumfahrt
  • Ethik- und Wissenschaftsausschuss von Parcoursup
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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