Politik & Gesellschaft

Paris annulliert Bußgelder nach Radarstreit am Périphérique

Ein Baustellenradar an der Porte de Montreuil wird nach technischen Problemen außer Betrieb genommen und verlegt. Alle seit dem 24. August erfassten Verstöße sollen ohne Folgen bleiben.

Paris – 04.09.2026: Die Pariser Polizeipräfektur stellt sämtliche Bußgeldverfahren ein, die auf einen umstrittenen Baustellenradar am Boulevard Périphérique zurückgehen. Das Gerät war seit dem 24. August an der Porte de Montreuil auf der äußeren Ringfahrbahn eingesetzt worden. Nun wird es außer Betrieb genommen und soll an einen anderen Standort versetzt werden. Als Grund nennt die Behörde erhebliche technische Schwierigkeiten. Zugleich hatten sich zahlreiche Autofahrer über die Kontrollen beschwert.

Im betroffenen Abschnitt gilt wegen Bauarbeiten eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde. Auf dem übrigen Périphérique sind seit Oktober 2024 grundsätzlich höchstens 50 Kilometer pro Stunde erlaubt. Der Radar sollte die Geschwindigkeit in unmittelbarer Nähe einer Baustelle senken und damit die dort Beschäftigten schützen. Nach Angaben der Behörden erwies sich die konkrete Installation jedoch als ungeeignet. Das Gerät funktionierte zeitweise nur unregelmäßig; auch seine Positionierung geriet in die Kritik.

Die Entscheidung gilt für alle seit der Inbetriebnahme erfassten Verstöße. Bereits eingeleitete Verfahren werden nach Angaben der Präfektur nicht weiterverfolgt. Betroffene Fahrzeughalter müssen daher weder ein Bußgeld zahlen noch mit Punkten im französischen Fahreignungsregister rechnen. Die Behörde hebt damit allerdings nicht das Tempolimit auf: Die auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzte Baustellenzone und ihre Beschilderung bleiben bestehen.

Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt der Fall durch den Verband 40 Millionen Autofahrer. Dessen Beobachter erklärten, am 2. September innerhalb von vier Minuten und 39 Sekunden insgesamt 18 Auslösungen gezählt zu haben. Der Verband sprach daraufhin von einer außergewöhnlich hohen Kontrollquote. Hochrechnungen zu möglichen Tageseinnahmen beruhen allerdings auf dieser kurzen Beobachtung und lassen keinen belastbaren Schluss auf die tatsächliche Zahl der täglichen Verstöße zu.

Die Präfektur behandelt den Vorgang als Korrektur eines fehlerhaften technischen Einsatzes. Staatliche Stellen und die Stadt Paris beraten demnach über einen neuen Standort, der dem Fortgang der Bauarbeiten Rechnung tragen soll. Bis dahin müssen Verkehrsführung, Schilder und gegebenenfalls andere Kontrollen den Schutz des Baustellenpersonals gewährleisten.

Der Konflikt trifft einen besonders sensiblen Teil des Pariser Straßennetzes. Rund 1,2 Millionen Fahrzeuge nutzen den Périphérique täglich. Veränderte Fahrspuren, Baustellen und wechselnde Geschwindigkeitsbegrenzungen können dort binnen kurzer Zeit große Zahlen von Verkehrsteilnehmern betreffen. Die Annullierung verhindert nun, dass technische Mängel des Kontrollsystems finanzielle und rechtliche Folgen für die erfassten Fahrer haben. Zugleich hält die Polizeipräfektur ausdrücklich an der Geschwindigkeitsbegrenzung zum Schutz der Beschäftigten fest.

Quellen

  • Franceinfo
  • Pariser Polizeipräfektur
  • TF1 Info
  • Stadt Paris
  • 40 Millionen Autofahrer

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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