Politik & Gesellschaft

Nationalversammlung gedenkt Pengo Bossio Wangi

Das französische Parlament erinnert mit einer Schweigeminute an den beim Anschlag von Trappes getöteten Pengo Bossio Wangi. Die Geste war seit Tagen gefordert worden.

Paris – 27.10.2026: Die französische Nationalversammlung gedenkt an diesem Dienstag mit einer Schweigeminute des getöteten Pengo Bossio Wangi. Parlamentspräsidentin Yaël Braun-Pivet hatte angekündigt, die Würdigung in der Konferenz der Präsidenten vorzuschlagen. Der 26-Jährige wurde am Freitag, dem 23. Oktober, bei einer Schussattacke in Trappes im Département Yvelines getötet.

Nach Angaben der Behörden und übereinstimmenden Medienberichten wurden bei den Angriffen in Trappes und der benachbarten Gemeinde La Verrière fünf weitere Menschen verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat noch am Abend des Anschlags als rassistisch motivierten Terrorakt. Die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Wangi trainierte als Amateur im Mixed Martial Arts. Sein Verein Atch Academy in Aubervilliers würdigte ihn als engagiertes und hilfsbereites Mitglied. Sein Name wurde zunächst aus dem sportlichen Umfeld öffentlich bekannt; die Ermittlungsbehörden hatten das Todesopfer zu Beginn der Untersuchung nicht offiziell identifiziert. In mehreren Städten gab es Trauer- und Solidaritätskundgebungen.

Die Schweigeminute war seit Tagen gefordert worden. Rund hundert Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hatten eine auf der Website der Zeitschrift Politis veröffentlichte Erklärung unterzeichnet. Darin verurteilten sie Rassismus und thematisierten die Verantwortung von Medien für das gesellschaftliche Klima, in dem sich die Tat ereignet habe. Mit dem Gedenken greift das Parlament diese Forderung nun auf.

Die Konferenz der Präsidenten koordiniert die Arbeit der Nationalversammlung. Ihr gehören neben Braun-Pivet unter anderem die Vorsitzenden der Fraktionen und Ausschüsse an. Das Gremium legt wesentliche Teile der parlamentarischen Tagesordnung fest. Schweigeminuten finden üblicherweise zu Beginn einer Plenarsitzung oder vor der Fragestunde an die Regierung statt; eine förmliche Abstimmung ist dafür nicht erforderlich.

Nach den bislang bekannten Ermittlungsergebnissen soll der mutmaßliche Täter aus einem Fahrzeug an mehreren Orten geschossen haben. Die Ermittler prüfen einen ideologischen Hintergrund und mögliche islamfeindliche Motive. Eine abschließende gerichtliche Feststellung zum Tatmotiv liegt nicht vor. Aus mehreren Parteien kamen Verurteilungen des Angriffs und Forderungen, rassistische Gewalt klar zu benennen.

Angehörige Wangis und Unterstützer verlangen zudem eine umfassende Untersuchung des Radikalisierungswegs des Verdächtigen sowie möglicher Versäumnisse der Behörden. Ob es dafür belastbare Anhaltspunkte gibt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Schweigeminute im Palais Bourbon erinnert neben dem Getöteten auch an die Verletzten und ihre Angehörigen. Für Mittwoch, den 28. Oktober, ist Medienberichten zufolge auch im Senat eine Gedenkminute vorgesehen.

Quellen

  • Franceinfo
  • LCP – La Chaîne parlementaire
  • Associated Press
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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