Paris – 26.10.2026: Die französische Nationalversammlung wird am Mittwoch, 28. Oktober, um 17 Uhr über die Zukunft von Parcoursup beraten. Über die Plattform werden Bewerbungen für zahlreiche Studiengänge koordiniert und Angebote an Studieninteressierte übermittelt. Die Regierung hat die Aussprache beantragt; eine Abstimmung ist nicht vorgesehen. Damit erhält die seit Wochen geführte Auseinandersetzung über die Hochschulzulassung einen eigenen Termin im Plenum.
Grundlage der Debatte ist Artikel 50-1 der französischen Verfassung. Er erlaubt der Regierung, vor einer der beiden Parlamentskammern eine Erklärung zu einem bestimmten Thema abzugeben und darüber debattieren zu lassen. Eine Abstimmung kann sich anschließen, wurde für diesen Termin aber nicht beantragt. Anders als bei einer Vertrauensfrage steht die politische Verantwortung der Regierung daher nicht zur Abstimmung. Die Fraktionen können ihre Positionen öffentlich darlegen, ohne unmittelbar über ein Gesetz zu entscheiden.
Die Regierung erwägt, Parcoursup bis 2028 durch ein neues Verfahren zu ersetzen. Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Sébastien Lecornu hatten zuvor eine grundlegende Überarbeitung der Plattform in Aussicht gestellt. Kritisiert werden vor allem die Verständlichkeit der Auswahlverfahren, die Transparenz der Entscheidungen und die Qualität der Orientierung vor dem Abitur. Wie ein Nachfolgesystem aufgebaut sein soll, ist bislang nicht verbindlich festgelegt.
Die Reichweite des Verfahrens ist erheblich. Für die Zulassungsrunde 2026 bestätigten nach Angaben des Bildungsministeriums 1.046.000 Bewerberinnen und Bewerber mindestens einen Studienwunsch, 66.000 mehr als im Vorjahr. Unter ihnen waren rund 660.000 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen sowie 206.000 Studierende, die sich neu orientieren wollten. Mit der Zahl der Bewerbungen wächst auch der Anspruch, knappe Studienplätze nach nachvollziehbaren Kriterien zu vergeben.
Das Ministerium verweist zugleich auf Instrumente, die den Hochschulzugang sozial öffnen sollen. Fast neun von zehn Stipendiatinnen und Stipendiaten an Gymnasien erhielten demnach mindestens ein Studienangebot. Für schätzungsweise 19.400 von ihnen waren die bei Parcoursup geltenden Stipendienquoten ausschlaggebend. Eine Reform müsste daher größere Transparenz mit dem Erhalt solcher Ausgleichsregeln verbinden.
Seit dem 20. Oktober liegt der Nationalversammlung zudem ein Gesetzentwurf zur vollständigen Abschaffung von Parcoursup vor. In der Debatte treffen damit zwei Ansätze aufeinander: die Reform des bestehenden Systems und dessen Ersetzung. Offen sind bislang die Auswahlkriterien, der Zeitplan und die künftigen Zuständigkeiten der Hochschulen. Für die betroffenen Jahrgänge ist die Planung besonders wichtig, weil ein Nachfolgeverfahren rechtzeitig vor einem neuen Bewerbungszyklus technisch einsatzbereit sein müsste.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Französisches Bildungsministerium
- Légifrance
- Französische Nationalversammlung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).