Politik & Gesellschaft

Mehrere Städte verlängern örtliche Ausgangssperren

Nach den Ausschreitungen vom 17. Oktober gelten in Teilen von Paris, Lille, Lyon und Marseille erneut nächtliche Ausgangssperren. Zeiten, Gebiete und betroffene Altersgruppen unterscheiden sich je nach Ort.

Paris – 21.10.2026: Behörden in mehreren französischen Großstädten haben für die Nacht erneut örtlich begrenzte Ausgangssperren angeordnet. Betroffen sind Teile von Paris, Lille, Lyon und Marseille. Die Verfügungen folgen auf Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Plünderungen im Umfeld der Mobilisierung vom 17. Oktober. Sie gelten nicht für das gesamte Stadtgebiet, sondern nur in festgelegten Vierteln und zu jeweils unterschiedlichen Zeiten.

In Paris betreffen die Maßnahmen Gebiete, in denen es während der vergangenen Nächte erhebliche Störungen gegeben hatte. Die Polizeipräfektur hatte bereits die Umgebung des Place de la République sowie das Viertel Les Halles mit Einschränkungen belegt. Hinzu kommen zeitlich begrenzte Verbote von Ansammlungen und Demonstrationen. Die Behörden wollen damit weitere Gewalttaten und Schäden an Geschäften verhindern.

Im Großraum Lille richten sich die nächtlichen Einschränkungen vor allem an Minderjährige, die ohne Begleitung unterwegs sind. Mehrere Kommunen im Norden führten entsprechende Regeln nach Abstimmung mit den Bürgermeistern ein. Die Behörden begründen das Vorgehen mit Vorfällen nach den Demonstrationen und der Gefahr, dass sich gewaltbereite Gruppen in den betroffenen Zonen erneut sammeln. Erwachsene fallen nicht unter alle kommunalen Verfügungen.

In Lyon wurde die Ausgangssperre für die Presqu'île, das zentrale Gebiet zwischen Rhône und Saône, verlängert. Während der festgelegten Nachtstunden ist dort der Aufenthalt auf öffentlichen Straßen untersagt. Nach Angaben der Präfektur des Départements Rhône haben die gezielten Maßnahmen der vergangenen Nächte zur Beruhigung der Lage beigetragen. In der vorherigen Nacht seien in diesem Bereich keine neuen Störungen der öffentlichen Ordnung registriert worden.

Auch in Marseille gelten begrenzte Vorgaben für Minderjährige in besonders betroffenen Teilen der Innenstadt. Die Präfektur des Départements Bouches-du-Rhône hatte die Regelung zunächst bis einschließlich Freitag vorgesehen. Reichweite und Adressaten unterscheiden sich damit erheblich: In Lyon betrifft das Aufenthaltsverbot ein abgegrenztes Gebiet im Zentrum, während die Bestimmungen in Lille und Marseille vorwiegend auf unbegleitete Jugendliche zielen.

Den Ausgangssperren waren landesweite Proteste am 17. Oktober vorausgegangen. In mehreren Städten wurden öffentliche Gebäude angegriffen, Brände gelegt und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Regierung und örtlicher Behörden gab es zahlreiche Festnahmen. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte verstärkte Sicherheitsvorkehrungen für weitere Demonstrationen an. Innenminister Laurent Nuñez reiste nach Marseille und sprach dort mit Bürgermeister Benoît Payan über die Lage.

Für Donnerstag, den 22. Oktober, wurden zudem in Teilen von Paris weitere Versammlungs- und Demonstrationsverbote angekündigt. Maßgeblich sind jeweils die räumlich und zeitlich begrenzten Verfügungen der zuständigen Präfekturen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur des Départements Rhône
  • Associated Press
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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