Umwelt

Mehr als 570 Tote nach Sturzfluten in Nepal und Tibet

Vier Tage nach den verheerenden Sturzfluten suchen Rettungskräfte weiter nach fast 2.500 Vermissten. Rund 93.000 Menschen könnten von der Katastrophe betroffen sein.

Nuwakot – 29.08.2026: Vier Tage nach den verheerenden Sturzfluten im Himalaya dauern die Rettungsarbeiten an der Grenze zwischen Nepal und Tibet an. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press kamen auf beiden Seiten der Grenze mehr als 570 Menschen ums Leben, fast 2.500 galten zuletzt als vermisst. Schlechtes Wetter behinderte am Samstag den Einsatz von Hubschraubern in den schwer erreichbaren Bergregionen.

Besonders betroffen sind Ortschaften entlang der Flusstäler im nepalesischen Bezirk Rasuwa und im weiter südlich gelegenen Nuwakot. Schlamm und Geröll haben Straßen verschüttet und Brücken zerstört. In Nuwakot werden Überlebende in provisorischen Unterkünften versorgt. Viele Familien verloren ihre Häuser, Vorräte und Kochutensilien. Helfer verteilen Kleidung, Hygieneartikel und Solarpaneele, während zahlreiche Siedlungen nur aus der Luft erreichbar sind.

Die Katastrophe begann am 26. August am Bhote-Koshi-Fluss, nachdem aus Tibet plötzlich große Mengen Wasser, Eis und Gestein in das Flusssystem gelangt waren. Nach bisherigen Erkenntnissen löste der Einsturz eines Gletschers den außergewöhnlichen Strom aus. Oberhalb der verwüsteten Gebiete bildete sich anschließend ein neuer See. Dessen Pegel ging nach chinesischen Messungen zwar zurück, weitere Überflutungen werden jedoch weiterhin befürchtet.

In Nepal wurden nach den jüngsten Angaben mehr als 3.700 Menschen gerettet. Die Armee setzt Bodentrupps und Drohnen ein, um abgeschnittene Täler und ausgedehnte Schlammflächen abzusuchen. Auf dem Baugelände des Wasserkraftwerks Upper Trishuli-1 im Bezirk Rasuwa vermuten die Behörden noch mehr als 100 Menschen in einem mit tiefem Schlamm gefüllten Tunnel. Rettungsteams arbeiten dort mit Seilen und Körben unter besonders schwierigen Bedingungen.

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften schätzt, dass rund 93.000 Menschen betroffen sein könnten. Der Verband hat einen Nothilfeaufruf über 25 Millionen Schweizer Franken gestartet. Das Geld soll Unterkünfte, Trinkwasser, medizinische Versorgung und Bargeldhilfen finanzieren. Vorgesehen ist zudem Unterstützung bei der Suche nach Angehörigen, deren Kontakt durch zerstörte Verkehrs- und Kommunikationswege abgebrochen ist.

Für Kinder verschärft die Zerstörung von Schulen und Versorgungseinrichtungen die Notlage. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen benötigen mindestens 17.000 Kinder dringend Unterstützung. Mindestens 18 Schulen wurden zerstört, 20 weitere beschädigt. Die Einsatzkräfte müssen daher zugleich Vermisste suchen, Verletzte versorgen, Hilfsgüter in isolierte Orte bringen und Siedlungen entlang der Flüsse gegen mögliche weitere Wassermassen sichern.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften
  • Büro der Vereinten Nationen in Genf

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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