Bobigny – 04.09.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat auf der siebten Nationalen Behindertenkonferenz ein neues Programm für Menschen mit Behinderungen vorgestellt. In Bobigny kündigte er 65 Maßnahmen an, die bis 2029 ausgearbeitet und umgesetzt werden sollen. Bis 2030 soll Frankreich in zentralen Bereichen des Alltags besser zugänglich werden. Die Konferenz bringt im Abstand von drei Jahren Betroffene, Verbände, Verwaltung und Politik zusammen.
Zu den angekündigten Vorhaben gehören leichter bedienbare Zahlungsterminals, sprachgesteuerte Systeme an akustischen Fußgängerampeln und besser zugängliche digitale Angebote. Ein nationales Verzeichnis barrierefreier Sozialwohnungen soll Menschen mit Behinderungen zudem ermöglichen, gezielter nach Unterkünften zu suchen, deren bauliche Ausstattung ihren Bedürfnissen entspricht.
Für das Bildungssystem stellte Macron ab 2027 einen "einheitlichen Bildungsweg" in Aussicht. Das Modell soll den Schulbesuch vom Kindergarten bis zum Gymnasium absichern und Familien von komplizierten Verwaltungsverfahren entlasten. Lehrkräfte sollen stärker für Unterrichtsformen geschult werden, die unterschiedliche Lernvoraussetzungen berücksichtigen. Nach Angaben der Regierung sind die jährlichen Ausgaben für inklusive Bildung seit 2017 von 2,1 auf 4,8 Milliarden Euro gestiegen.
Macron zufolge besuchten 2025 mehr als 550.000 Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen reguläre Schulen; 2017 waren es rund 320.000. Schwierigkeiten bestehen weiterhin bei der Versorgung mit Schulbegleitungen. Der Nationale Beratende Rat für Menschen mit Behinderungen fordert, die unterschiedlichen Hilfen zu vereinfachen, medizinisch-soziale Angebote stärker in Schulen einzubinden und Gebäude, Lehrmittel sowie digitale Geräte systematisch zugänglich zu machen.
Auch die Förderung auf dem Arbeitsmarkt soll ausgebaut werden. Bis 2028 sollen insgesamt 20.000 Menschen über das Programm für unterstützte Beschäftigung begleitet werden. Daneben ist eine landesweite Konsultation über den Zugang zum Arbeitsmarkt vorgesehen. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen sank nach den von Macron genannten Zahlen von 17,6 Prozent im Jahr 2017 auf 11,5 Prozent im Jahr 2025. Nicht erfasst werden damit sämtliche Formen eingeschränkter oder fehlender Erwerbsbeteiligung.
Eine weitere Ankündigung betrifft Autismus und andere neurologische Entwicklungsstörungen, darunter Aufmerksamkeitsdefizit- und Lernentwicklungsstörungen. Bis Ende 2026 soll eine nationale Strategie für die Jahre 2027 bis 2032 vorliegen. Sie soll die Früherkennung verbessern, Hilfen für Jugendliche und Erwachsene ausbauen und Angebote für Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen schaffen. Die gegenwärtige Strategie umfasst den Zeitraum von 2023 bis 2027.
Für die Ausarbeitung der einzelnen Maßnahmen sind nun Arbeitsgruppen und die Regierung zuständig. Entscheidend für Betroffene ist, ob die angekündigten Vorgaben in Schulen, Behörden, Verkehrsmitteln, digitalen Diensten und auf dem Wohnungsmarkt tatsächlich umgesetzt werden.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium für Gesundheit, Familien, Autonomie und Menschen mit Behinderungen
- Le Monde
- Public Sénat
- Info.gouv.fr
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).