Politik & Gesellschaft

Macron kündigt neue Autismusstrategie für Frankreich an

Frankreich bereitet eine neue Strategie für Autismus und andere neurologische Entwicklungsstörungen vor. Präsident Emmanuel Macron nennt drei Schwerpunkte: frühere Diagnosen, bessere Hilfen für Erwachsene und Angebote für Menschen in komplexen Lebenslagen.

Bobigny – 04.09.2026: Frankreich will seine Politik für Menschen mit Autismus und anderen neurologischen Entwicklungsstörungen neu ausrichten. Präsident Emmanuel Macron kündigte zum Abschluss der siebten Nationalen Behindertenkonferenz an, die Vorarbeiten für eine Strategie für die Jahre 2027 bis 2032 noch vor Ende dieses Jahres zu beginnen. Das Treffen fand im Veranstaltungszentrum Prisme in Bobigny im Département Seine-Saint-Denis statt.

Macron nannte drei vorrangige Arbeitsfelder. Kinder sollen früher untersucht und nach einer Diagnose schneller begleitet werden. Für Jugendliche und Erwachsene sollen die Hilfsangebote ausgebaut werden. Zugleich will der Staat zusätzliche Lösungen für Menschen schaffen, deren Lebenslage eine besonders intensive Betreuung erfordert. Betroffene, Familien, Verbände, Fachkräfte sowie Forschende sollen an der Ausarbeitung beteiligt werden.

Die Ankündigung knüpft an die nationale Strategie für neurologische Entwicklungsstörungen von 2023 bis 2027 an. Sie erfasst neben Autismus unter anderem Dyslexie und andere sogenannte Dys-Störungen, Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen sowie intellektuelle Entwicklungsstörungen. Konkrete neue Leistungen sagte Macron zunächst nicht zu. Ziele, Mittel und Zuständigkeiten sollen erst im angekündigten Beratungsprozess festgelegt werden.

Der Präsident verband das Vorhaben mit einer breiteren Agenda zur Barrierefreiheit. Bis zum Herbst soll eine nationale Strategie für die Jahre 2026 bis 2029 fertiggestellt und anschließend in den Regionen umgesetzt werden. Sie soll unter anderem das Wohnen, die Mobilität, öffentliche Dienstleistungen und digitale Verfahren erfassen. Nach Angaben des Élysée umfasst die auf der Konferenz vorgestellte Planung insgesamt 65 Maßnahmen.

Mehr Unterstützung ist außerdem beim Übergang von Schule und Ausbildung in das Berufsleben vorgesehen. Macron bekräftigte das Ziel, die Zahl der Menschen in begleiteten Arbeitsverhältnissen bis 2028 auf 20.000 zu erhöhen. Zudem soll eine landesweite Konsultation über die Beschäftigungspflicht für Menschen mit Behinderung beginnen. Diese geht auf ein Gesetz von 1987 zurück und verpflichtet Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen.

Die Nationale Behindertenkonferenz ist im französischen Gesetz vom 11. Februar 2005 verankert und findet grundsätzlich alle drei Jahre statt. Sie bringt Regierung, Parlament, Verwaltungen und Interessenverbände zusammen, um die Leitlinien der Behindertenpolitik zu beraten. Die vorherige Konferenz wurde am 26. April 2023 abgehalten. Vor dem diesjährigen Treffen hatte der Nationale Beratende Rat für Menschen mit Behinderung auf anhaltende Lücken bei der praktischen Durchsetzung bestehender Rechte hingewiesen.

Als bereits vollzogenen Schritt führte Macron die vollständige Kostenübernahme für Rollstühle an, die seit dem 1. Dezember 2025 gilt. Nach Angaben des Élysée können davon mehr als 280.000 Menschen profitieren.

Quellen

  • Franceinfo
  • Élysée
  • Ministerium für Gesundheit, Familien, Autonomie und Menschen mit Behinderung
  • Nationaler Beratender Rat für Menschen mit Behinderung
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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