Paris – 04.09.2026: Autofahrer in Frankreich müssen an den Tankstellen erneut deutlich mehr bezahlen. Der landesweite Durchschnittspreis für Super E10, die meistverkaufte Benzinsorte, lag am Freitag bei 2,09 Euro je Liter. Damit erreichte er nach Angaben von Franceinfo den höchsten Stand seit vier Jahren und übertraf sogar das Niveau aus dem Sommer 2022.
Auch Diesel verteuerte sich weiter. Im Mittel wurden 2,259 Euro je Liter verlangt, wie aus Daten von mehr als 9.600 Tankstellen hervorgeht. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Anstieg um etwa drei Cent. Weil Diesel in Frankreich weiterhin besonders verbreitet ist, trifft die Entwicklung viele Berufspendler, Handwerksbetriebe und Haushalte in ländlichen Gebieten.
Für Verbraucher werden schon geringe Preisbewegungen bei jeder größeren Tankfüllung spürbar. Bei 50 Litern kostet Super E10 zum aktuellen Durchschnittspreis 104,50 Euro, Diesel rund 112,95 Euro. Wer seinen Wagen mehrmals im Monat füllen muss, hat damit erheblich höhere laufende Ausgaben als noch zu Beginn des Sommers.
Als wesentlicher Preistreiber gilt die angespannte internationale Lage. Der Krieg in der Ukraine und der Konflikt im Nahen Osten erhöhen die Unsicherheit an den Energiemärkten. Risiken für Förderung, Raffinerien und Transportwege beeinflussen die Großhandelspreise für Erdölprodukte und schlagen mit Verzögerung auf die Preise an französischen Zapfsäulen durch.
Zwischen einzelnen Regionen und Tankstellen bestehen allerdings erhebliche Unterschiede. Das staatliche Portal prix-carburants.gouv.fr ermöglicht einen Vergleich nach Ort und Anbieter. Die Betreiber sind verpflichtet, ihre aktuellen Preise zu melden. Der landesweite Mittelwert dient deshalb vor allem als Orientierung; der tatsächlich verlangte Betrag hängt unter anderem vom Standort, vom örtlichen Wettbewerb und von den Absatzmengen einer Station ab.
TotalEnergies hatte Ende August angekündigt, die Preise in seinem französischen Tankstellennetz während des Konflikts im Nahen Osten weiterhin zu begrenzen. Für Benzin gilt dort eine Obergrenze von 1,99 Euro je Liter, für Diesel von 2,25 Euro. Diese Deckelung beschränkt sich jedoch auf die Stationen des Konzerns und kann den landesweiten Preisanstieg nur teilweise abfedern.
Der neue Höchststand fällt zudem in die Rückkehrphase nach den Sommerferien. Mit dem Beginn des Schuljahres und dem regulären Arbeitsalltag steigt für viele Haushalte die Zahl der täglichen Autofahrten wieder. Vor allem außerhalb der großen Städte fehlen häufig gleichwertige Alternativen zum eigenen Wagen. Dort wirken sich die gestiegenen Kraftstoffkosten unmittelbar auf das verfügbare Einkommen aus. Super E10 liegt nun klar über der Marke von zwei Euro, während Diesel bereits deutlich mehr als 2,20 Euro je Liter kostet.
Quellen
- Franceinfo
- Agence France-Presse via Boursorama
- Französisches Regierungsportal für Kraftstoffpreise
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).