Wirtschaft

Junge Franzosen geraten wirtschaftlich gegenüber ihren Eltern ins Hintertreffen

Der Sozialexperte Antoine Foucher sieht junge Erwachsene durch hohe Wohnkosten und geringe Aufstiegschancen benachteiligt. Er fordert eine andere Verteilung öffentlicher Mittel.

Paris – 04.09.2026: Der Sozialexperte Antoine Foucher sieht die wirtschaftlichen Chancen junger Erwachsener in Frankreich schwinden. Er vertritt die These, dass sie erstmals seit 1945 nicht besser lebten als ihre Eltern. Im Gespräch mit Franceinfo verwies der Präsident des Beratungsunternehmens Quintet Conseil auf einen stagnierenden Lebensstandard, den schwierigen Zugang zu Wohnraum und wachsende finanzielle Belastungen beim Eintritt ins Berufsleben. Anlass des Interviews war die Veröffentlichung seines Buches über das Verhältnis der Generationen.

Foucher formuliert damit eine politische Diagnose, keine durchgehende amtliche Zeitreihe seit Kriegsende. Er kritisiert, dass Frankreich langfristig laufende Sozialausgaben bevorzuge, während Bildung, Forschung und produktive Investitionen zu kurz kämen. Damit verbindet er die Frage, ob künftige Erwerbstätige noch vergleichbare Möglichkeiten erhalten, Wohlstand aufzubauen, Eigentum zu erwerben und gesellschaftlich aufzusteigen.

Daten des Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsstudien, kurz Insee, stützen Teile dieses Befunds. Das Institut verglich 2022 erstmals unmittelbar die Einkommen von Eltern und ihren erwachsenen Kindern. Nach seinen Ergebnissen hatten Kinder aus den einkommensstärksten Familien eine dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit, später selbst zum obersten Fünftel ihrer Altersgruppe zu gehören, wie Kinder aus einkommensschwachen Haushalten. Die soziale Herkunft prägt den späteren Lebensstandard demnach weiterhin erheblich.

Besonders deutlich wird der Druck auf dem Wohnungsmarkt. Hohe Mieten und knapper Wohnraum in wirtschaftlich starken Ballungsgebieten erschweren jungen Beschäftigten die Gründung eines eigenen Haushalts. Zugleich ist der Erwerb von Wohneigentum für Menschen am Anfang ihres Berufslebens schwerer zu finanzieren. Frühere Insee-Untersuchungen verweisen zudem auf einen verzögerten Auszug aus dem Elternhaus: Fünf Jahre nach Abschluss der Erstausbildung lebten aus der Generation von 2010 noch 34 Prozent bei ihren Eltern. In der Vergleichsgruppe des Abschlussjahrgangs 1998 waren es 30 Prozent.

Die Chancen sind innerhalb der jungen Generation ungleich verteilt. Hochschulabschlüsse, das Einkommen und der Bildungsstand der Eltern sowie die Möglichkeit, für eine Arbeitsstelle umzuziehen, beeinflussen den Aufstieg. Von den 28-Jährigen aus dem ärmsten Fünftel der Familien erreichten 2018 zwölf Prozent das oberste Einkommensfünftel ihrer Altersgruppe. Sozialer Aufstieg bleibt also möglich, doch die Ausgangsbedingungen unterscheiden sich stark.

Fouchers Kritik berührt damit die Verteilung öffentlicher Mittel zwischen den Generationen. Frankreich muss Renten, Gesundheitsversorgung und soziale Sicherung finanzieren, zugleich aber die wirtschaftliche Selbstständigkeit junger Haushalte fördern. Eine für 2027 geplante Erhebung von Insee und der Statistikabteilung des Sozialministeriums soll die Ressourcen und Lebensbedingungen der 18- bis 26-Jährigen genauer erfassen. Einbezogen werden dabei auch finanzielle und materielle Hilfen der Eltern.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Point
  • Insee

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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